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Frühling
Frühling lässt sein ... wie war das noch? Ich liebe ihn und genieße die ersten Sonnenstrahlen, die durch mein Küchenfenster scheinen. Komisch, wieso scheint keine Sonne durch das Fenster? Nun reiße ich sie auf. Siehe da, die Sonne scheint, - nur nicht, wenn ich hinausschauen möchte. Oh, du lieber Himmel, sind die schmutzig. Ich schaue mich um. Ja, ist es denn die Möglichkeit, überall ist es grau und dunkel in meiner Wohnung. Es muss was geschehen. Ein neues Jahr, die Sonne scheint, überall sprießen die Spitzen, die ersten Vögel zwitschern. Die Schneeglöckchen blühen,- und bei mir nur der Dreck. Also, jetzt wird es aber Zeit für den Großputz. Nur wie und vor allem, wo fange ich an? Erstmal die Fenster öffnen. Oh, welch süßer Duft erwärmt mein Herz. Ja, träumen darf man schließlich, oder? Die ersten Vögel sitzen unten auf den Bäumen und stimmen ihre Melodie an. Noch zehn Minuten sitzenbleiben. Es tut so gut, die Sonne ist schon kräftig und kitzelt meine Nase. Hatschi, hatschi, na, wenn das nicht was zu bedeuten hat.
Alle Utensilien zusammensuchen. Eimer, Putzmittel, Lappen, - ach ja, und die Leiter. Aber eigentlich könnte ich noch ein wenig in der Sonne dösen, wer weiß wann der nächste Regen kommt. Mein kleiner Balkon vor dem Küchenfenster mit Ausblick auf den Garten lädt ein zum Verweilen.
Ach, das Drosselpärchen ist auch noch da. Wie schön, die hat die Katze vom Nachbarn nicht gefressen. Dieses hässliche, monströse Vieh sieht aus wie ein schwarzer Panther, so wild. Abgefressene Ohren hat er von seinen Kämpfen mit den anderen Katzen. Er verschlingt einfach alles, schleicht nachts durch unsere Gärten, ist alleiniger Herrscher in seinem Reich. Wenn die Vögel im Frühling anfangen zu brüten, ist immer ein wahres Spektakel los. Die Drosseln piepen sehr laut, springen von Ast zu Ast, um Hannibal - so heißt das Biest, wie passend - abzulenken. Das Vogelpärchen lebt schon sehr lange hier in unserem Garten, ich hätte sie sehr vermisst. Schnell einen Stuhl auf den Balkon gestellt.
Ach, eine Tasse Kaffee wäre jetzt auch nicht zu verachten. Der Großputz läuft nicht weg, kommt eh keiner vorbei, der ihn mir abnimmt. Tut das gut, der erste Nachmittagskaffee im Frühling auf dem dreckigen Balkon. Was solls, es stört mich nicht im Geringsten. Genießen ist angesagt, sonst nichts. Ach, ist das Leben schön.
Peng, schepper, knall, kreisch, was ist jetzt los? Ich springe auf, meine Tasse fällt zu Boden. Verdammt, mein schöner Kaffee. Was war das? Vorsichtig schaue ich übers Geländer. Hannibal, na klar, wer auch sonst. Wen hat er jetzt wieder ermordet? Das darf doch nicht wahr sein. Tja, es gibt doch so etwas wie Gerechtigkeit, das geschieht ihm Recht. „Oh mein Hannibal, mein armer Hannibal!“ Die Nachbarin kommt kreischend aus dem Haus gelaufen. Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen, gehe lieber zurück in meine Wohnung. Besser konnte der Frühling nicht beginnen. Jetzt haben die Vögel bei ihrem Brutgeschäft erstmal ihre Ruhe. Ich schließe das Fenster, meine Nachbarin heult immer noch vor sich hin.
C`est la vie, sagt man doch, so ist das Leben. Gleich wird es bestimmt klingeln. Die Nachbarin wird mir berichten was ihrem armen Hannibal passiert ist. Hoffentlich muss ich nicht lachen. Ich weiß ja, es ist gemein von mir so zu denken. Aber er ist wirklich ein bösartiger Kater. Langsam fülle ich meinen Eimer mit frischem Wasser und fange an die Fenster zu putzen. Es werde Licht, sprach der Herr, sogar in meiner Küche. Welch ein Wunder. Ich hasse das Fensterputzen und deshalb schiebe ich es immer auf. Frische Gardinen ans Fenster, schon sieht die Welt freundlicher aus. So, nun ist die Küche dran. Es schellt, schade aber auch, die Küche muss warten. „Frau Neumann, was kann ich für sie tun?“ „Frau Klein, mein Hannibal, mein Hannibal", sie schnieft, "er ... er ..." "Was ist mit Hannibal, hat er sich etwa verschluckt an einem zu großen Vogel?“ Das musste jetzt sein. Er hatte im letzten Jahr den Wellensittich von der kleinen Larah gefressen. "Nein, nein ... ja, ich weiß, er ist ein Wilder, auch sollte er im Frühjahr nicht herum- stromern. Aber diesmal hat er nichts getan. Er wollte nur nachschauen, ob schon Vögel im Nest sind.“ "Frau Neumann, sie wissen genau, wie ich dazu stehe. Verständnis kann ich nicht aufbringen, wenn ihr Kater in der Brutzeit stromert.“ „Ja, sie haben Recht, jetzt haben sie ja ihre Ruhe vor Hannibal.“ „Wieso denn das?“ „Hannibal hat sich den Schwanz gebrochen, schnief. Beim Hochklettern ist er hängen geblieben, an einer Sperre für Katzen ... Jetzt möchte ich nur wissen, wer sie ange- bracht hat, damit ich denjenigen verklagen kann, Frau Klein." „Tut mit leid Frau Neumann, das weiß ich nicht. Außerdem hatte es ja wohl seinen Grund, warum sie angebracht wurde.“ „Ja, dann schönen Tag noch, Frau Klein. Ich werde schon herauskriegen, wer das war. Der arme Hannibal, er kann kaum noch seinen Schwanz heben, doppelter Bruch.“ „Guten Tag Frau Neumann, auf Wiedersehen.“ Uff, na, die hat Nerven. Dieses Vieh hat so viele Vögel hier auf dem Gewissen, da käme Hannibal Lektor nicht mal mit. Ein gebrochener Schwanz. Oh Verzeihung, aber Strafe muss sein. Gipsschwanz, mal was Neues. Dideldum, dideldum, der Kommissar geht um. Welch ein schöner Tag. Das nenne ich einen Frühlingsanfang. Naja, die Küche ist fast fertig, jetzt kann ich den Kaffee doppelt genießen.
Eigentlich könnte ich Larah einen neuen Wellensittich schenken, dann hat sie auch einen schönen Frühlingsanfang. Gute Idee.
© by Alayna
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Frederik feiert Weihnachten
Ein kleiner Mäuserich namens Frederik lebte mit seiner Familie in einem herrschaftli- chen Haus. Vor Jahren waren sie nach einer abenteuerlichen Fahrt auf einem Frachter in England gestrandet.
Eine glückliche Fügung wollte es, dass der von ihnen ausgesuchte Schlafkoffer einer Zofe gehörte. Ahnungslos waren sie hinein geklettert und landeten völlig unerwartet in einem prunkvollen Haus, direkt am Eaton Place. Sie lebten sich sehr schnell ein, in dem großen Palast, bemerkten früh, wer ihr gefährlichster Feind war. Das war Tom, ein riesiges schwarzes Ungeheuer, von einem Kater. Es war ja auch seine Aufgabe Mäuse zu jagen, was ihm sichtlich Spaß machte. Der Kater war etwas zu dick, so passte er nicht in jede Ecke, was ihn sehr verärgerte. Wenn Frederik mit seiner Charlott einen Spaziergang durch die Etagen des Hauses machten, konnte es passieren, dass Tom sie wohl riechen, aber nicht erwischen konnte. Im Schlafzimmer von My Lady oben auf dem Kaminsims, war so ein Ort. Der Lieblings- platz von Frederik und Charlott, dort hinauf machten sie des öfteren einen Ausflug. Da war es warm und kuschelig, mit einem tollen Fensterblick auf die Straße. Tom schlich ihnen nach. Er hatte schon längst die Fährte aufgenommen. Er dachte wohl, so ein Sonntagnach- mittagshäppchen wäre wundervoll. Frederik musste schmunzeln und dachte bei sich, dass der dumme Kater mal wieder abstürzen würde. Um Tom noch mehr zu verärgern, warf er kleine Kekskrümel auf ihn. Tom fing an zu fauchen Wegen seines dicken Umfanges bewegte er sich mit einer behäbigen Geschwindigkeit auf den Kamin zu. Frederik blieb der Atem stehen. Wer hatte den Sessel unter den Kamin gestellt? Oh, oh, das konnte aber jetzt ins Auge gehen. Tom nahm Anlauf - und sprang. Der Sessel schob sich zur Seite, im Flug fuhr Tom seine Krallen aus. In dem Moment, in Sekundenschnelle, rutschte Charlott vom Kaminsims. Frederik griff nach ihr, erwischte sie gerade noch an einer Pfote und zog sie zu sich. Er trug sie schnell um eine Ecke des Kamins, zu einen schmalen Spalt. Die große Glasvase neben dem Kamin wackelte, neigte sich zur Seite, fiel um. Es schepperte laut. Toms Jaulen hallte durch den ganzen Raum. Vom Flur näherten sich laute Schritte. Der Butler kam mit einem langen Besen ins Zimmer gestürmt. Tom lag ausgebreitet auf dem Teppich. Er sah seinen angebrannten Schwanz an, der war dem Feuer zu nahe gekommen, nun jammerte er vor Schmerzen. Der Butler fing an zu fluchen, nahm den Kater auf den Arm und trug ihn hinunter in die Küche. Frederik und Charlott schauten sich an, fielen sich in die Arme und waren heilfroh, dass sie noch einmal davongekommen waren. So etwas passierte schließlich nicht alle Tage.
Ein paar Wochen später wurde Frederik zum ersten Mal Papa. Welch eine Freude, zwei niedliche Mäusemädchen erblickten das Licht der Welt. Inzwischen waren sie schon zu sechst, seine Charlott erwartete wieder sehnsüchtig Nachwuchs.
Nun war die Vorweihnachtszeit fast vorbei und das große Fest stand vor der Tür. Frederik dachte sich für seine Familie immer eine Überraschung aus. Im letzten Jahr durften sie alle in der großen Halle unter dem Weihnachtsbaum der Herrschaft sitzen, mitten in einem Glitzermeer aus Silber und Gold. Welch eine festliche Stimmung war das. Mit herrlich duftendem Lebkuchen saßen sie da und genossen die Pracht. Als die Herrschaften dann zum Weihnachtsbaum kamen, war Frederik samt Familie schnell in seine kleine Wohnung geschlüpft. Sie hatten Weihnachten vor Tom nichts zu befürchten, wegen der vielen Gäste wurde er immer weggesperrt. So hatte Familie Maus auch ein friedliches Fest.
Schon ab September begann Frederik in der Küche zu spionieren, was für das Weih- nachtsdinner an Köstlichkeiten auf dem Plan stand. Er probierte natürlich alles durch, was die Köchin so zauberte. Bis das Menü feststand, war schon eine Menge zu verspei- sen. Aber das machte Frederik natürlich nichts aus, er genoss diese Zeit. Da er handwerklich gut mit Holz umgehen konnte, fing er schon im Sommer an Spiel- zeug für seine Kinder zu schnitzen. Dieses Jahr sollten die Jungen eine Eisenbahn und die Mädchen ein Puppenhaus bekommen. Er hatte tatsächlich alles fertigbekommen. Die Geschenke standen jetzt in einer kleinen Kammer unter einem Treppenabsatz, der von dem Personal als Putz- lappenkammer genutzt wurde. Ein gutes Versteck, nur musste alles von dort in die Wohnung der Mäuse geschafft werden. Auch den Tannenbaum hatte er dort unterge- stellt. Frederik hatte sich zu einem Schläfchen auf das Sofa gelegt. So musste Charlott ihn ordentlich rütteln, um ihn wach zu bekommen. Sie hatte die Wohnung in der Vorweih- nachtszeit festlich geschmückt, jetzt fehlte nur noch der Baum, die Geschenke und das Essen. Frederik schlurfte zur Tür. Den ganzen Morgen hatte er das Essen bei den Menschen noch mal probiert, deshalb war er etwas behäbig geworden. Er öffnete die Tür und wollte mit einem Schwung hindurch. Quietsch, plopp, platsch - und Frederik fiel rückwärts auf den Boden. Was war das denn nun? Er rappelte sich auf und versuchte es nochmals. Quietsch, plopp, platsch. Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Frederik passte nicht mehr durch die Tür, sein Bauch war kugelrund. Charlott schaute Frederik an, dann sich, wieder Frederik und sagte mit einem Schmunzeln: „Mann, du bist ja genauso dick, wie ich mit meinen Kindern im Bauch.“ Sie lachte herzhaft los, die Kinder lachten auch, bis ihnen auf einmal der Gedanke kam: „Wie feiern wir jetzt das Weihnachtsfest? Ohne Baum, ohne Geschenke, ohne Essen, keine Überraschung, nichts.“ Lisa war die erste, die das verstand. Sie fing an zu weinen, schluchzte und sagte zu ihrem Papa: „Du, mit deiner dauernden Schmauserei. Jetzt bist du auch schwanger und passt nicht mal durch die Tür. Ich will keine Geschwister mehr, die von Mama reichen doch.“ Laut heulend lief sie ins Schlafzimmer. Die Anderen schauten ganz betroffen. Lisa begriff noch nicht, wie das mit den Babys war, dass man vom Essen nicht schwanger wurde. Sie schauten alle ihren Vater vorwurfsvoll an. Frederik war das Ganze jetzt sehr peinlich. Er fing an durch die Wohnung zu marschieren. Er grübelte, wie er das Fest noch retten konnte. Charlott passte nicht durch die Tür. Selbst wenn, sie durfte nicht mehr schwer heben, wegen der Babys in ihrem Bauch. Die Kinder konnten nicht gehen, sonst wäre es keine Überraschung mehr. Was sollte er nur tun? Dabei marschierte er unablässig durch die Wohnung. Er bemerkte so nebenbei, dass diese schön geschmückt war. Also, was sollte sie abhalten, das Fest zu feiern, nur etwas einfacher eben? Gedacht, getan. Er schleppte sämtliche Decken und Kissen ins große elterliche Schlaf- zimmer. Dabei zwinkerte er Charlott zu, die sofort verstand. Sie schaute, was es noch zu Essen gab, trug es auch ans Bett. Dann stellten sie ein paar Kerzen auf und fertig war das Traumparadieszimmer. Einige Tücher hingen über der Lampe und nun überflu- tete buntes Licht das große Bett. Frederik holte die Kinder ins Zimmer. Sie bekamen große Augen, so einen prächtigen Raum hatten sie nicht erwartet. Sogar das Essen wurde im Bett serviert. Ach, wie war das doch schön. Nach dem Schmausen fing Frederik an Geschichten zu erzählen. Wie er Tom geärgert hatte, bis dieser ihn jagte, wobei Tom ins Klo fiel. Es gab immer etwas Lustiges über den Kater zu erzählen. Langsam wurde es spät und Lisa krabbelte zu ihrem Papa. Schläfrig sagte sie: „Papa, das war ein sehr schönes Fest. Jetzt kannst du deine Babys wieder abgeben, wir haben genug, gell.“ Frederik war ganz gerührt, nahm seine Kleine in den Arm, wo sie auch gleich einschlief. Alle zusammen machten es sich in dem großen Bett gemütlich. Gegen Morgen, die Kinder waren Frühaufsteher, schauten sie sich im Zimmer um. Was war denn das? Ein Tannenbaum mit Kugeln und Glöckchen stand im Raum, darunter waren viele kleine Päckchen gestapelt. Sie konnten es nicht fassen. Lisa lief zu Frederik rief ganz aufgeregt: „Papa, Papa, wach auf, der Weihnachtsmann war da, schau.“ Sie setzte sich auf Frederiks Leib, rutschte aber sofort wieder herunter. Was war das denn jetzt? Das verstand sie nicht. Die Anderen kamen näher, wollten sich das mal anschauen, warum ihr Papa so einen öligen Bauch hatte. Frederik musste schmunzeln. Er hatte ganz vergessen, das Öl abzuwaschen, das er sich auf den Leib geschmiert hatte, um durch die Tür zu gleiten. Die Kinder suchten nun ihre Mama um ihr zu berichten. Sie lag in einem anderen Zimmer. In jedem Arm ein kleines weißes Tuch, winzige Köpfchen schauten heraus. Leise Töne piepsten aus den Decken, es waren zwei neugeborene Mäuschen. Frederik nahm seine Charlott in den Arm und sagte: „Was für eine Überraschung, ich danke dir meine Liebe.“
Frohe Weihnachten
© by Alayna
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