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Das mit den Tattoos und so ...

 

Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie.                                                                                                                                                                                                                                                            
Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen.
Ich bin doch nicht blöd.
Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie.
Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen.                                                                                                                                           
Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge.                   Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören.
Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf.
Iss ja auch kein Wunder......

Sehen Sie, da sind zum Beispiel diese Bebilderten und Klimpernden, die da draußen auf den Straßen rumhängen, ich meine die ... die mit den Tattoos und diesen Metalldingern, so in den Ohren, in der Lippe, Nase und Augenbrauen. Sie wissen schon, was ich meine, komm grade nicht auf den Namen. Die finden Sie inzwischen ja überall, bei den Prolls und bei den SchickiMickis, kleine und leitende Angestellte, Männlein und Weiblein.                                                  
Ich frage mich immer, wenn ich solche Typen sehe, ob ich das schön finde und ob die sich wirklich gut damit fühlen, ob die genau wissen, wie sie damit aussehen, ob die sich nicht selbst bescheißen.
Soll ja ganz schön weh tun, so ein Loch in die Lippen zu bohren, auch in der Nase, und erst recht in ... ja ... ja, so was solls auch geben.
Ich meine, ich kenn keine, die da so´n Ding in ihrer ... na ja, Sie wissen schon, die ... die da so´n Ding drin hat ... auch keinen Macker, der eins in seinem Ding hat.
Aber das muss doch scheiße wehtun ...                                                                                                             
Und was ist, wenn die mal älter werden, wenn die mal ins Krankenhaus kommen oder zu den Schwiegereltern, ... ja haben Sie etwa geglaubt, nur weil die bunt bebildert sind, hätten die keine Schwiegereltern?
So naiv sind Sie doch wohl nicht.
Die haben welche.

Oder was ist, wenn die selber Kinder kriegen?
Ja, Sie werden es vielleicht nicht glauben oder ... auch nicht wissen, aber die kriegen tatsächlich auch kleine Bälger, so Windelscheißer ... Kinder eben, schreiend, laut, nörgelnd, unbequem.         
Aber das ist ein anderes Thema, davon erzähl ich ein ander mal.
Was ist ein paar Jahre später, wenn die Tattoos nicht mehr neu und strahlend bunt sind, sondern auf langsam faltiger Haut verblassen?
Ich meine, das hat ja auch praktische Seiten, für beide Geschlechter. Die lernen sich kennen, knutschen und kommen sich näher, ziehen sich aus und poppen. Ist der Liebhaber oder die Ische eher sexuell langweilig, kann man mit etwas Glück – und guter Arbeit des Künstlers – immerhin noch mehr oder weniger schöne Bilder auf nackter Haut betrachten, dann wird der mechanische Sex plötzlich zur Nebensache.
Dann ist auch die Enttäuschung über die sexuelle Abreagierung nicht mehr so groß.
Die einen haben guten Sex, die anderen schauen sich gute Bilder an, - oder sogar beides.

Oder auch umgekehrt, das wäre dann besonders schlimm. Das Poppen ist eher langweilige Pflichtübung, die Bilder grottenschlecht gestochen. Dann bist du aber mächtig am Arsch gepackt.                                                                                                                                                                      
Aber immerhin haben sie Kinder in die Welt gesetzt.
Was denken die sich, was wird aus denen?                                                                                                      
Wie ich auf so was komme?
Na hören Sie mal ... machen Sie sich da etwa keine Gedanken drüber?
Kinder stehen auf knallbunte Sachen, die finden das toll, wenn sich auf Mamas Titten so ein feuerspeiender silbergrüner Drache mit roter Zunge befindet. Kleine Kinder stecken sich ja auch alles in den Mund, warum weiß ich auch nicht so richtig, hat aber seine Gründe. Die bunte Mutterbrust, immer wieder ein nettes Spielzeug, knallbunt und satt wird man obendrein. Und Kinder checken ja noch nicht, was das für ein Bild ist, was es darstellt, auch wenn es ein neunschwänziger, zähnefletschender roter Teufel ist. So was macht denen keine Angst, für die ist das nur so richtig schön bunt, und fühlt sich irgendwie gut an.
Die denken, dass das alle Titten haben, bei allen Mamas, alle knallbunt.
Aber diese kleinen Windelscheißer werden ja auch mal älter, und schneller als man denkt.
Was wird dann aus denen?

Das sind doch ganz wichtige Fragen, die die Welt bewegen, besonders die Welt der Jung- männer.
Ja ich weiß, das sind schon oft seltsame Typen, ganz anders als Sie, als Sie ein Kind waren, - falls Sie jemals eins waren. Es gibt ja Typen, die kommen schon als geistige Greise auf die Welt.

                      

 

 

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