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Ich kann durchaus verstehen, dass Ihnen das jetzt zu viel Text ist, um das alles zu lesen, auch wenn es noch so interessant und unterhaltsam sein könnte.                                        Das Internet ist ein für schnellen Konsum ausgerichtetes Medium.

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Das ganze Leben.....

 

Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie.                                                                                                       

Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen.                                 

Ich bin doch nicht blöd.                                                                                                                                                 Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie.                                                                                                                                                                        Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen.                                                                                                                                                                            Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge. Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören.         

Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf.                                                                                                                         Iss ja auch kein Wunder......

 

Also, ich muss da noch mal auf was zurückgreifen, auf ein Thema, wo wir schon letztens drüber geschrieben und gelesen haben. Ich meine, Sie haben gelesen und ich, ich habe geschrieben.            

Hallo Sie ... ja Sie da, das geht jetzt aber wirklich nicht, fernsehen und gleichzeitig lesen. Sie müssen sich schon entscheiden, und jetzt bin ich eben dran. Fußball haben Sie ja doch schon jede Menge gehabt, oder kriegen Sie nie genug davon?                                                                                                            Also legen sie die Fernbedienung aus der Hand, drücken Sie die Stummtaste und versuchen Sie sich mal auf intellektueller Basis mit Kommunikation.                                                                                         

Also Fernsehen, und ich meine da nicht unbedingt das Privatfernsehen mit seinen unsäglichen Programmformaten, wird ja immer abgedrehter. „Das ganze Leben ist ein Quiz,“ sang mal ein nahezu genialer Hape Kerkeling am Anfang seiner Karriere, „und wir sind nur die Kandidaten ...“       

Und da ist was dran, wenn man viel Fernsehen schaut, denn anders glauben die Sender ihre Zuschauerquote schon längst nicht halten zu können.

Ich könnte mich köstlich amüsieren, wenn ich Bekannte und Kumpels sehe, die vor dem Fernseher sitzen.                                                                                                                                                                                 

Nein, nein, das Programm ist nicht spannender oder gar interessanter geworden, wird nur immer skurriler und abgedrehter, oder wie Politiker sagen: Wirklichkeitsfremd.                                                       Und genau darum ist es auch wiederum so realitätsnah.

Ich weiß, das klingt wie ein Widerspruch in sich selbst, eine Art Absurdum, aber das ist eben nur das Fernsehen.

Also ich habe da einen Bekannten, der sitzt vor dem Fernseher, brummt und knurrt, weil er das Programm so langweilig findet, schaut sich aber alles an, bis er endlich ins Bett geht, weil er morgen früh wieder in der Firma seinen ebenso langweiligen Job machen muss. Er findet alles Scheiße, außer vielleicht noch irgendwelche Zeichentrickfilme auf dem Kinderkanal, und uralte Western mit durchsichtigen Gut-Böse-Feindbildern. Die Guten erkennt man dabei immer an ihren eher sauberen Halstüchern und ihrem kumpelhaften Auftreten. Alle anderen sind die Bösen, oder zumindest nicht die Guten, stets schlecht rasiert.

Und mein Bekannter knurrt nur abfällig, wenn seine Frau keinen Kinderkanal sehen will. Ab und zu zieht er eine angewiderte Grimasse, wedelt er abfällig mit der Hand um zu unterstreichen, wie wenig ihm gefällt, was er sieht. Aber er bleibt in seinem Sessel sitzen bis zum Ende. Es interessiert ihn nicht, aber er schaut sich die Superstarsuche an, macht seine Kommentare, mosert völlig zutreffend, aber ohne wirkliche Kompetenz über die mangelhafte Sangeskunst der Kandidaten, oder ebenso zutreffend über beschissene Drehbücher in seichten Fernsehfilmen.                                                             

Aber so richtig stinkig wird er, wenn dann die erste Werbeunterbrechung kommt, weil er dann aus seiner Betrachtung von Banalem herausgerissen wird. Und dafür bekommen die auch noch Fernsehgebühren, wirft er einfach mal so knurrend in die Runde, ohne jemanden direkt anzu- sprechen.

Wenn ich ihm dann erkläre, dass die Privatsender keine Gebühren bekommen, flippt er fast aus. Die bekämen nur weniger Anteile, behauptet er ahnungslos, und wird richtig sauer, weil die Scheiß- Werbung immer dann unterbricht, wenn es gerade spannend wird.                                                               

Was ist an der Superstarsuche spannend ?

Nichts, aber mein Bekannter hätte ja sonst keinen Basis für seine Verachtung gegen die Privatsender, die mal eine größere Programmvielfalt versprochen, aber nie gehalten haben. Da kann er richtig die Werbepause mit füllen, giftet voller Zorn und Empörung gegen die Unterbrechung für Waschmittel, Raumdeos und neue Autos.                                                                                                                Ich frage mich dann immer, wer ihn und Millionen andere Mitbürger zwingt Privatfernsehen zu sehen, wenn ihn die Werbeunterbrechungen so nerven. Ich glaube, er braucht das wie eine realitätsverzerrende Droge, um irgendwo den Frust seines ganzen Lebens abzuladen, den er sonst nie los wird. Dabei wird doch meiner Kenntnis nach niemand verpflichtet zu Fernsehen.                       

Und wozu hat die Industrie die Fernbedienung erfunden ?                                                                                  Doch wohl hauptsächlich dazu, damit Menschen wie mein Bekannter ruhig sitzen bleiben können, wenn sie ein anderes Programm sehen wollen, damit sie wegzappen können, wenn die verhasste Werbepause auf dem Bildschirm losgeht, während ihre Ehefrau ihnen noch eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank holt.                                                                                                                                                    Noch besser wäre natürlich, sie würden mal für eine Weile ausschalten, ich meine ganz ausschalten, für eine sehr lange Weile, vielleicht sogar für immer, denn es gibt nichts wirklich Spannendes mehr im Fernsehen. Die Öffentlich Rechtlichen versuchen ja immer noch ein gewisses Maß an Kultur über den Fernsehschirm zu transportieren, auch wenn sich immer weniger dafür interessieren. Heute darf man sowieso nicht nach dem Inhalt eines Fernsehprogramms schauen, sondern vor allem nach der Quote, die bestimmt die Qualität der Inhalte.                                                                                                           

Was nutzt einem der hohe intellektuelle oder informative Bildungsanspruch, wenn kein Schwein zuschaut, und damit die Werbeindustrie kein Interesse an Werbeplatzierungen zeigt?                            

Ich überlege ja schon ernsthaft meinen Fernseher ganz aufzugeben, und damit keine Gebühren mehr zu zahlen. Aber ich müsste ja befürchten sofort die GEZ-Schnüffelgangster auf dem Hals zu haben, die sich nie und niemals vorstellen können, dass irgend jemand in diesem Land nie mehr Fernsehen will. Fernsehverweigerung ist für die fast so schlimm wie Bankraub oder Kindesent- führung. Die sind nicht gerade zimperlich in ihren Methoden, ähnlich wie die Mafia, und kennen kaum rechtliche Schranken die Privatsphäre zu verletzen. Die schauen durchs Wohnungsfenster vom Haus gegenüber, mit Fernglas oder Nachtsichtgerät, überrumpeln ihre Kinder oder ihre Oma mit einer illegalen Wohnungsdurchsuchung, ohne richterliche Genehmigung, aber immer mit einer fadenscheinigen Begründung, - auch bei Menschen, die gar nicht schwarzsehen oder wirklich keinen Fernseher besitzen wollen.                                                                                                                           

Aber dann hätte ich auch keine Ahnung von dem Thema, das ich hier noch mal aufgreifen will, - und da sind wir jetzt gerade mittendrin angekommen. Ich habe mir das ganz bewusst angetan, mehr als eine Woche, und alles angeschaut, was das Fernsehen zu bieten hat, auf gleich 5 Fernsehern auf einmal. Die habe ich nebeneinander im Wohnzimmer aufgestellt und eingeschaltet.

Die RWE wird ihre kurze Freude gehabt haben, aber die GEZ nicht, denn keiner der Fernseher war angemeldet, alle nur geleast.                                                                                                                                       

Schlagartig saß ich in einer beängstigenden Kakophonie aus merkwürdig ähnlichen Programm- schemen, pausenlos unter Beschuss der zahlreichen Talk- und Gerichts-Shows, der aufdring- lichsten Moderatoren und ihren Kolleginnen. Es ging von früh morgens bis tief in die Nacht. Ich schlief immer nur wenige Stunden, vom Frühstücksfernsehen bis hin zu den oft versoffen aufgequollen aussehenden Kartenleserinnen. Diese meistens fetten Matronen, mit Doppelkinn und fast brutal abstoßendem Gesichtsausdruck, überschminkt und mit Hängebacken, mit einer schlaff hängenden Vettelbrust, die im verwaschen ausgeleierten Pullover schon halb auf dem Tisch ausgebreitet schien, die wollen Sie mit nervtötender Stimme und verständnisvollem pseudo- esoterischem Geschwafel und horrenden Gebühren dazu verführen, dass Sie sie anrufen, damit die Ihnen aus den Karten die Zukunft vorhersagen können.                                                                                    

Sie finden das spannend ?                                                                                                                                            Das kann doch jeder, sogar ich, denn wenn Sie der Aufforderung folgen, werden Sie eine hohe Telefonrechnung haben, dass Ihnen die Ohren schlackern, das ist eine sichere Voraussage.              

Ja, jetzt haben Sie eine Menge Geld gespart, ganz nebenbei. Kriegen Sie nur hier von mir geboten.

Diese abtörnenden Weiber sind nicht anders als diese ausrangierten ehemals-Big-Brother- Möchtegern-Fernsehstars, die jetzt für ein billiges Honorar in anödenden Gewinn-Shows mit mühsam gehaltener Spannung und nervenden Preisfragen ein paar Hundert Euro unter die Zuschauer verteilen, während der Sender Millionen mit anteiligen Telefongebühren verdient. Mit schlecht gespielter Atemlosigkeit vor lauter Spannung und erkennbar angewiderten Gesichtern ob des eigenen Handelns, versuchen sie doch noch ein paar Zuschauer dazu zu überreden sich schnell für teures Geld in die Hotline einzuwählen, damit die ein paar Hundert Euro ihre Beute nennen können im nachmitternächtlichen Fernsehen.

Da rufen Menschen an auf der gierigen Jagd nach ein paar schnellen Scheinen, schamvoll von den Sendern ins Nachtprogramm gedrängt. Die finden Sie jetzt offenbar überall, unterbrochen nur von stöhnenden, grunzenden und schreienden Nackten mit weit gespreizten Beinen und fast drohend präsentierten Megabrüsten, die für irgendwelche dubiosen Sex-Hotlines werben, auch für ihr Handy rund um die Uhr online.                                                                                                                                                 

Ruf mich an ... und so ... Sie wissen, was ich meine ... genau die ...

Ja, lesen Sie ruhig etwas konzentrierter als üblich, und schauen Sie genauer hin, denn hier geht es letztendlich um Sie und ihre verkauften Interessen.                                                                                              Wir schreibend kreativen Menschen pflegen schließlich mit Hingabe immer wieder diesen künstle- rischen Bildungs- und Informationsanspruch, und lobhudeln uns dafür meistens nur ständig selbst.

Also verlassen Sie wenigstens mit einem Auge den flimmernden Alltags-Nachmittags-Fernseh- schirm, und lesen Sie das hier. Was dort in diesem Augenblick läuft, kennen Sie doch ohnehin, denn Sie haben es schon in zahllosen Varianten immer und immer wieder gesehen. Es sind nur die vertrauten Plattitüden aus den Programm-Designer-Büros, immer wieder etwas anders, aber nicht weniger vertraut und völlig geistlos zusammengeschnitten.                                                                              Unworte werden wie gewohnt weggepiepst, schließlich sollen die Zuschauer nicht schon am Nachmittag mit Anzüglichkeiten und derben Fäkalworten belästigt werden.                                                 

Hier beim Lesen ist das nicht so. Hier kriegen sie auch das eine oder andere „böse“ Wort offen vor den Latz geknallt, obwohl ich nur selten über Scheiße und ähnliches schreibe.                                         

Das glauben sie nicht?                                                                                                                                                   Herrrrrrjeeeeeeeeeh, es geht doch in diesen sogenannten Nachmittags-Shows immer nur um schamlose Sozialschmarotzer und die, die scheinbar besser gestellt sind, die Arbeit haben, im Gegensatz zu jenen, die gedankenlos durch die Gegend poppen, zig-Kinder in die Welt setzen und nicht mal wissen, warum sie das getan haben.                                                                                                       Die deutsche Dummheit ist ungebrochen und vereinigt sich global, während die pummelige 16-jährige ohne adäquaten Schulabschluss ihre Vereinigung mit einem coolen Pickel-Schönling postwendend mit einer ungewollten Schwangerschaft beantwortet. Damit ist sie in ihrer Schule aber beileibe nicht die Einzige.                                                                                                                                             

Ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen, wie wenig hängen geblieben ist von der Aufklärungs- Euphorie der 70er und 80er Jahre?                                                                                                                            Ich dachte immer die Teenies heutzutage hätten Sexualkundeunterricht. Aber was soll das nutzen, wenn die nicht in der Lage sind ihr Hirn zu benutzen, und nicht zuletzt Kondome oder die Anti-Baby-Pille, sondern einfach mal zwischendurch und gedankenlos wie einen Big-Mac so ein bisschen exzessives Poppen konsumieren.                                                                                                           

Sehen Sie, die Klischees wirken, - selbst bei mir.

 

 

 

 

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