
Fritz G.: Die Geschichte einer Radikalisierung
Fritz erzählt: So wurde ich Gotteskrieger

Im Prozess gegen die vier mutmaßlichen Terroristen der „Sauerland-Gruppe“ hat der Ange- klagte Fritz G. am Dienstag seinen Werdegang und seine Radikalisierung beschrieben. Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf betonte der mutmaßliche Rädelsführer zugleich, dass haupt- sächlich er und Adem Y. die geplanten Anschläge auf Amerikaner in Deutschland befürwortet hätten. „Adem und ich standen für diese Operation“, sagte der Konvertit aus Ulm. Der Mitan- geklagte Daniel S. war nach Aussage G.s zögerlicher und ängstlicher. Der vierte Angeklagte Attila S. sei nach einem Gespräch mit G. wegen „persönlicher Bedenken“ aus der Operation ausgestiegen und in die Türkei ausgereist. S. habe nur noch den Auftrag gehabt, für die „Sauerland-Gruppe“ Zünder für die Bomben in der Türkei zu beschaffen. „Nur wer weiterge- macht hat, der gehört dazu“, versuchte G. seinen Mitangeklagten zu entlasten. "Die Amerikaner und andere Länder führen einen Krieg gegen den Islam", sagte Gelowicz am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. "Deshalb habe ich mich entschlossen, in den Dschihad zu gehen." Zu seiner Radikalisierung hätten die Reaktionen des Westens auf die Anschläge des 11. September, der Einmarsch im Irak und die Fotos folternder US-Soldaten im irakischen Gefängnis Abu Ghraib sowie die Berichterstattung aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo beigetragen. Zudem sei der Krieg auch in seiner Moschee in Neu-Ulm angekommen, als der ebenfalls in dem Neu-Ulmer Zentrum verkehrende Khaled el-Masri von den US-Behörden entführt worden sei. "Er saß immer nur drei Meter von mir in der Moschee." Die Entführung habe das "Faß zum Überlaufen gebracht".
Er halte sich an die räumliche Trennung von Männern und Frauen und höre keine Popmusik, sagte der 29-jährige Konvertit am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Anderen zwinge er diese Regeln aber nicht auf: „Jeder muss wissen, was er macht.“ Ähnlich handhabe er es bei Bildern von unverschleierten Frauen: „Ich sehe mir das Bild nicht an“, sagte er. „Aber ich nehme es auch nicht und schmeiße es in den Mülleimer.“ siehe http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EC87516CAF25D4DFDA9DE09A16E127E9B~A Tpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE57A0BD20090811 http://www.focus.de/panorama/vermischtes/sauerland-gruppe-fritz-gelowicz-beschreibt-seine-einstellung-zum-dsch ihad_aid_425151.html http://blog.tagesschau.de/?p=5978 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,641631,00.html http://www.stern.de/panorama/sauerland-prozess-ich-wuerde-es-nicht-noch-mal-tun-1502591.html http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE5790IF20090810 http://www.zeit.de/online/2009/33/sauerlandprozess-gestaendnis http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/273075.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,641618,00.html http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Pressestimmen-Die-Terrorgefahr-ist-ungebrochen/551952.html http://www.welt.de/politik/sauerlandgruppe/article4301892/Der-Maertyrertod-ist-das-Ziel-von-Adem-Yilmaz.html http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE57A0DA20090811 http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-prozess-terroristen-chef-attackiert-us-geheimdienst_aid_425308. html
Nachtrag
Haftbefehl gegen fünften Mann beantragt
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat gegen einen fünften Mann der Sauerland-Gruppe beim Bundesgerichtshof (BGH) Haftbefehl beantragt. Er richte sich gegen Mevlüt K. wegen der Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung und sei am vergangenen Don- nerstag gestellt worden, bestätigte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Samstag. Der 30 Jahre alte Türke stehe im Verdacht, den vier Mitgliedern der "Sauerland-Zelle" geholfen zu haben, 26 Sprengzünder für eine geplante Anschlagsserie nach Deutschland zu schaffen. Gegen den Ludwigshafener werde seit Dezember 2007 ermittelt. Bei einem Treffen mit Selek habe K. diesen mit Insiderwissen beeindruckt, das er offensichtlich von staatlichen Stellen bezogen habe. Mevlüt K. mache "ganz gefährliche Sachen" mit Geheimdiensten, habe Selek in seiner Aussage erklärt. Seit längerem wird spekuliert, dass K. für den türkischen Geheimdienst arbeitet. Ermittler vermuten den 30-Jährigen in der Türkei. siehe http://www.sueddeutsche.de/politik/849/484287/text/ http://www.n-tv.de/politik/Neuer-Haftbefehl-gegen-Helfer-article462315.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,642974,00.html http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-gruppe-haftbefehl-gegen-fuenften-mann_aid_426366.html http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=5250562/h5afdu/
Nachtrag
Mutmaßlicher Helfer zurück in Haft
Aufgrund von Vorbereitungen für eine illegale Ausreise ist ein mutmaßlicher Unterstützer der „Sauerland-Gruppe“ wieder in Haft genommen worden, um seine Abreise in den bewaffneten Kampf zu verhindern. Der 28-Jährige Türke wollte sich scheinbar seinem Prozess entziehen. Der Haftbefehl gegen den 28-jährigen Türken, der derzeit wegen Terrorverdachts vor Gericht steht, sei wieder in Vollzug gesetzt worden, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Montag mit. Hüseyin Ö. soll unter anderem einem Mitglied der „Sauerland-Gruppe“, die wegen der Vorbereitung einer Serie von Autobomben-Anschlägen in Düsseldorf angeklagt ist, seine EC- Karte übergeben haben, um die Gruppe finanziell zu unterstützen.
Die erneute Inhaftierung Hüseyin Ö.´s sei nötig geworden, weil er seit Anfang August intensive Vorbereitungen für eine illegale Ausreise aus Deutschland getroffen habe, erklärte das Frank- furter Oberlandesgericht. Nach Erkenntnissen der Ermittler habe er Reisewege in die Türkei, den Iran und nach Afghanistan im Internet recherchiert und für den 22. August eine Busreise nach Istanbul gebucht. Damit habe er sich dem Prozess entziehen wollen, der am 24. August fortgesetzt werden soll.
Außerdem sei zu befürchten gewesen, dass Hüseyin Ö. in den „Dschihad“, den bewaffneten islamistischen Kampf, habe ziehen wollen, erklärte das Gericht. Er habe vielfach dschihadisti- sche Internetseiten aufgerufen und Anleitungen zum Bombenbau angesehen. Zugleich habe er sich über Schusswaffen und Munition informiert, einen Bericht über den Frankfurter Flughafen aus dem Internet heruntergeladen und über Liegenschaften der Bundeswehr recherchiert. Hüseyin Ö.´s Haftbefehl war unter Auflagen ausgesetzt worden, sein Mitangeklagter Omid S. sitzt dagegen bereits seit September 2008 in Untersuchungshaft. Am 28. August soll in dem Frankfurter Prozess auch Adem Yilmaz als Zeuge aussagen, der als Mitglied der „Sauerland- Gruppe“ Ö.´s EC-Karte erhalten haben soll. siehe http://www.focus.de/panorama/vermischtes/sauerland-gruppe-mutmasslicher-helfer-zurueck-in-haft_aid_427083.ht ml http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gTYXeIKExoeT1l_k5j6MARumXlLw http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_docume nt_37752664
Haftbefehl gegen weiteres mutmaßliches Mitglied der Sauerland-Gruppe
Im Zusammenhang mit den geplanten Anschlägen der Sauerländer Terrorzelle konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen fünften Verdächtigen. Gegen den Türken Mevlüt K. wurde Haftbefehl wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens erlassen, wie der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta, am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Ein Richter am Bundesgerichtshof stellte demnach den internationalen Haftbefehl bereits am Montag aus.
K. soll den vier anderen Mitgliedern der Terrorzelle geholfen haben, Zünder für geplante Anschläge nach Deutschland zu schaffen. Der „Spiegel“ berichtete, der 30-Jährige werde unter anderem durch Aussagen des Sauerland-Angeklagten Atilla Selek belastet. Ohne die Hilfe von K. hätte er „es nicht geschafft“, sagte Selek dem Bericht zufolge. K. habe in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten fungiert, die in Tschetschenien hätten kämpfen wollen. siehe http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/terrorismus-haftbefehl-gegen-mutmassliches-mitglied-der-sauerlan d-gruppe_aid_427513.html http://www.welt.de/politik/article4347663/Haftbefehl-gegen-den-fuenften-Mann-erlassen.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,643510,00.html http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/746379/BGH-erlaesst-Haftbefehl-gegen-fuenften-Man n.html
Hass-Tiraden im Gerichtssaal 
Ein Menschenfeind wird Alleinunterhalter
Im Terrorismus-Prozess gegen die Sauerland-Gruppe nimmt Adem Yilmaz kein Blatt vor den Mund: „Heiligen Krieg“ zu führen sei die Pflicht eines jeden Muslimen – auch gegen deutsche Soldaten. Ob amerikanische, deutsche oder türkische Soldaten am Hindukusch im Einsatz seien, sei egal, sagte der Türke Adem Yilmaz am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandes- gericht. „Für mich sind die alle gleich.“ Ob er selbst nach Verbüßung seiner Haftstrafe wieder in den bewaffneten Dschihad ziehen wolle, ließ Yilmaz offen. „Allah hat uns das Recht gegeben, gegen die Leute zu kämpfen, die uns bekämpfen“, sagte der 30-Jährige. Im Irak und in Afgha- nistan seien Muslime angegriffen worden. Auf die Frage, ob er zu seiner früheren Aussage stehe, so viele Ungläubige wie möglich töten zu wollen, sagte Yilmaz: „Ja, das stimmt so.“ Ob er das demokratische Rechtssystem in Deutschland ablehne, ließ Yilmaz offen. „So lange mich keiner zwingt, Zinsen zu nehmen, kann man unter Umständen auch unter demokratischen Gesetzen leben.“ In erster Linie richte er sich aber nach dne Gesetzen der Scharia: „Das ist meine Gesetzgebung.“. Der 1986 nach Deutschland gekommene Yilmaz entschloss sich nach eigenen Angaben im Jahr 2004, in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen. Ursprünglich sei der Irak sein Ziel gewesen. Die Amerikaner seien „der Kopf der Mannschaft“, die gegen den Islam kämpften. siehe http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-prozess-hass-tiraden-im-gerichtssaal_aid_427676.html http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/746901/Weitere-Gestaendnisse-im-Sauerland-Prozes s.html http://www.faz.net/s/RubF359F74E867B46C1A180E8E1E1197DEE/Doc~E1ACE06C64CA748BD837B558490028E72~ATpl ~Ecommon~Scontent.html http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Sauerland-Gruppe-Terrorismus-Islamismus;art122,2877710 http://www.focus.de/politik/deutschland/gestaendnis-sauerland-terrorist-froh-ueber-festnahme_aid_427793.html http://www.zeit.de/newsticker/2009/8/19/iptc-bdt-20090819-632-22143332xml http://www.zeit.de/online/2009/34/gestaendig-ohne-einsicht http://www.sueddeutsche.de/politik/347/484780/text/

Angeklagter spielt seine Rolle herunter
Der vierte Angeklagte im Terror-Prozess gegen die Sauerland-Gruppe, Attila Selek, versucht sich als Unterstützer der islamistischen Gruppe darzustellen, der nur teilweise in die Attentats- pläne eingeweiht war. Einige Wochen, bevor sie festgenommen werden, belauschen Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) ein Gespräch zwischen Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz. „Achi, weißt du, wenn wir erwischt werden, weißt du, was wir sagen? Gar nichts. Das ist doch viel besser“, schlägt Yilmaz vor. „Ich sage: Nein, ich bereue gar nichts. Ich bereue gar nichts. Ich bereue nur, dass ich das nicht hingekriegt habe, Achi.“ Sie raten, wie lange sie im Knast bleiben müssten. Gelowicz sagt: „Eine Ewigkeit, ewig.“
Am Donnerstag kommt als letzter des ersten Durchgangs ausführlich Atilla Selek zu Wort: der 24 Jahre alte Autolackierer soll laut Anklage die Zünder für die Sprengsätze in der Türkei beschafft haben. „Ich habe die Aufgabe mit den Zündern übernommen, dann habe ich Deutsch- land verlassen“, bekennt er und betont: „Zünder sind ja das A und O.“ Später wird er seine Aussage vor dem BKA bekräftigen, dass er sich bei dem Transport der Zünder auf die Zusam- menarbeit mit dem Türken Mevlüt K. verlassen habe, der seit wenigen Tagen per Haftbefehl als Unterstützer der Sauerland-Zelle gesucht werde. „K. hatte hinreichende Kontakte, die ich benut- zen musste, um die Sprengstoffzünder nach Deutschland zu transportieren,“ heißt es in dem Protokoll, das Selek bestätigt. Auch den Satz bejaht er: „K. macht ganz gefährliche Sachen mit Geheimdiensten. Er macht das nicht für Allah, sondern seine eigenen Interessen.“
Der Vorsitzende Richter Ottmar Breitling sagt am Donnerstag zum Angeklagten Selek: „Sie wollten doch auch, dass der Anschlag funktioniert.“ Selek antwortet mit einem klaren Ja. So eindeutig wie diese Aussage sind die übrigen Atilla Seleks nicht, er weicht immer wieder aus, nur ein weiteres Mal legt er die Karten offen auf den Tisch. Der Angeklagte, der zugunsten der deutschen Staatsbürgerschaft seine türkische aufgegeben hatte, wurde aufgrund des Europäi- schen Haftbefehls nach Deutschland ausgeliefert. Denn sein Versuch, den türkischen Pass zurück zu bekommen, war fehl geschlagen. Warum er abermals die Staatsbürgerschaft wech- seln wollte, will Bundesanwalt Volker Brinkmann wissen. Selek: „Ich wollte nicht ausgeliefert werden.“ siehe http://www.ksta.de/html/artikel/1246883804364.shtml http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E6C67209051D94AF2A25C098FB853B1EA~ATpl~ Ecommon~Scontent.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,644028,00.html http://www.focus.de/politik/deutschland/terrorprozess-der-fuenfte-mann-und-die-zuender_aid_428050.html http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1891773_Sauerland-Prozess-Angeklagter-belastet-fuenften-M ann.html http://www.n24.de/news/newsitem_5343605.html
Der Heilige Krieger hatte Angst vor Papa
Wenn Trottel in den Krieg ziehen wollen

Ein Angeklagter schildert seine „Ausbildungsstationen“ zum Terroristen. Die Bekenntnisse des Atilla Selek vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf offenbaren, wie die Mitglieder der so genannten Sauerland-Zelle reichlich naiv in einem pakistanischen Ausbildungslager gelandet sind. „Ich wollte schon den Märtyrertod sterben“, behauptet Atilla Selek, als er schildert, wie er und seine Mitangeklagten um jeden Preis in den Dschihad, den Heiligen Krieg, ziehen wollten, aber sie nicht wussten, wie. Er bekennt: „Wir waren ein bisschen orientierungslos, wussten nicht, dass man auch die Sprache lernen muss.“ Aber er sagt auch: „Allah wird uns schon lenken, damit wir dahin kommen. Wir waren für alles offen, wollten mal sehen, was passiert.“ Die Bekenntnisse des Atilla Selek vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf offenbaren abermals, wie die Mitglieder der so genannten Sauerland-Zelle reichlich naiv, aber wild entschlossen in einem pakistanischen Ausbildungslager gelandet sind - trotz einiger Abfuhren, die sie sich bei „Brüdern“ in Schweden geholt hatten.
„Hauptsache Dschihad?“ fragt der Vorsitzende Richter Ottmar Breitling und will wissen, warum es den Angeklagten trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, weder in den Irak noch nach Tschetschenien zu kommen, obwohl sie zum Beispiel Kontakte zu einem Mann hatten, der Kämpfer und Spenden nach Tschetschenien vermittelte. „Ich sehe das als Schicksal“, behauptet der frühere Autolackierer, „wenn Allah nicht will, dann geht's halt nicht.“ Bundesanwalt Volker Brinkmann hakt nach mit etwas spöttischem Unterton, ob die Angeklag- ten sich gegenseitig motivieren mussten, als sie nicht in den Irak konnten. Selek räumt ein: „Wir haben uns öfter motiviert. Man hatte ja das Ziel vor Augen.“ Er sagt diesen Satz, bevor aus seiner Vernehmung von Beamten des Bundeskriminalamts im Juni verlesen wird: „Wir haben uns den Dschihad vorgestellt, wie wir es in den Videos gesehen haben.“ Aber zuvor hat Selek ebenfalls zugegeben, dass er sich für mehrere Fahrten im Vorfeld des Dschihad nicht das Auto seines Vaters benutzt, sondern Fahrzeuge gemietet hat, damit er nicht kontrollieren könne, wie lange er unterwegs war. Angst vor dem gestrengen Herrn Papa, aber furchtlos in den Kampf gegen Amerikaner ziehen? Auch Selek, der laut Anklage die Zünder für die geplanten Bombenanschläge besorgt hat, gibt - wie seine Komplizen - den unscheinbaren Jüngling. Alle Geständnisse und Einlassungen zu bestimmten Phasen ihrer Entwicklung von diffusen Träumen eines Heiligen Krieges bis zur Planung der vereitelten Bombenanschläge auf Amerikaner in Deutschland 2007 bestätigen weitgehend alle Punkte der Anklage. Sie erscheinen nicht als professionell ausgebildete Terro- risten, sondern als Lehrlinge, denen in einem Ausbildungslager der Islamischen Dschihad- Union erst die Grundkenntnisse für Terroranschläge beigebracht werden mussten. „Über Zünder weiß ich nur ungefähr Bescheid“, gesteht Fritz Gelowicz vor Gericht, nachdem er ausgiebig über das Training im fernen Waziristan berichtet hatte: über die Ausbildung „zum normalen Kampf“ Mann gegen Mann, über die Vorbereitung von Anschlägen mit einem paar Rezepten zum Bombenbasteln, über den Umgang mit Kalaschnikows diverser Hersteller, Hand- granaten und Panzerfaust, von der täglichen Routine ab morgens fünf Uhr bis 22 Uhr - und über die mündliche Prüfung über Sprengstoff, die Gelowicz wegen vieler Fehler wiederholen musste. Auch konspiratives Verhalten will gelernt sein, wenn man den Aussagen von Gelowicz trauen. „Ich habe gehofft, dass wir da kämpfen können“, beteuert Gelowicz, der die Ausbildung als gut benotet: „Märtyrer zu werden, nimmt man dazu in Kauf.“ siehe http://www.ksta.de/html/artikel/1251181625862.shtml http://www.abendblatt.de/politik/article1154424/Angeklagter-Islamist-Selek-Wir-waren-so-planlos.html http://www.focus.de/panorama/vermischtes/sauerland-gruppe-mehrere-anschlaege-an-einem-tag_aid_429871.html http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1251266140527&openMe nu=987490165154&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370 http://www.welt.de/politik/deutschland/article4401135/Adem-Yilmaz-hat-sich-im-Terrorcamp-gelangweilt.html http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-15315/sauerland-prozess-wenn-toelpel-in-den-krieg-ziehen_aid_429821. html http://www.stern.de/panorama/sauerland-gruppe-vor-gericht-so-lernten-sie-das-terror-abc-1505559.html
Nachtrag
Weiterer mutmaßlicher Unterstützer der Sauerland- Terrorgruppe verhaftet

Wegen Verdachts der Unterstützung der Sauerland-Terrorgruppe haben Fahnder in der Nähe von Frankfurt am Main einen Deutsch-Türken festgenommen. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den 24-jährigen Kadir T. am Mittwoch fest, am Donnerstag wurde Haftbefehl erlassen, wie die Bundesanwaltschaft am Freitag mitteilte. Der Mann mit deutscher und türkischer Staats- angehörigkeit sei dringend verdächtig, im Juni 2007 im Auftrag von Adem Yilmaz, eine Video- kamera und ein Nachtsichtgerät für die Islamische Dschihad Union (IJU) gekauft zu haben.
Kadir T. soll damit eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt und gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben. Er wurde am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnete und Untersuchungshaft anordnete.
Der 30-jährige Adem Yilmaz soll die Gegenstände über seinen Bruder Burhan Yilmaz, der eben- falls in einem anderen Verfahren wegen Unterstützung der IJU angeklagt ist, an den IJU-Käm- pfer Sadullah K. weitergeleitet haben, der die Ausrüstungsgeräte Ende August/Anfang Septem- ber 2007 in Waziristan (im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan) an Verantwortliche der IJU übergeben haben soll. Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete, der Mann stamme aus dem hessischen Langen und sei bei der Festnahme gerade auf dem Weg in ein Ausbildungslager im pakista- nisch-afghanischen Grenzgebiet gewesen. Er habe das feste Vorhaben gehabt, sich in dem Terror-Camp als Attentäter ausbilden zu lassen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf poli- zeiliche Ermittlungen. Yilmaz jüngerer Bruder war ebenfalls als Zeuge geladen und verweigerte die Aussage. Ihn hat die Bundesanwaltschaft wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Frankfurt angeklagt. Sein Prozess soll demnächst beginnen. siehe http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/terrorismus-mutmasslicher-unterstuetzer-der-sauerland-terrorgrupp e-verhaftet_aid_430555.html http://www.fr-online.de/top_news/1907539_Sauerland-Prozess-Yilmaz-nutzte-Nachbarn-aus.html http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_docume nt_37830700 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,645586,00.html http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE57R08M20090828 http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4604749,00.html http://www.stern.de/panorama/terror-in-deutschland-traenen-fuer-den-dschihad-1505959.html http://www.n24.de/news/newsitem_5370186.html
Anschläge auf deutsche Politiker gewünscht
Ihre Befehle erhielt die Sauerland-Gruppe von der Islamischen Dschihad Union. Auch ein Anschlag auf deutsche Politiker war gewünscht. Fritz Gelowicz lehnte ab – jedoch nicht, weil er Skrupel hatte. Im Prozess gegen die Mitglieder der islamistischen Sauerland-Gruppe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht sind am Dienstag neue Einzelheiten bekannt geworden. Danach hatten die vier Angeklagten den Auftrag, Anschläge auf deutsche Politiker zu verüben. Wie aus den am Dienstag verlesenen Vernehmungsprotokollen des Rädelsführers der Gruppe, Fritz Gelowicz, hervorgeht, hatte der Leiter des pakistanischen Ausbildungscamps der Islami- schen Dschihad Union (IJU) den Konvertiten Gelowicz zu solchen Taten ermutigt. Konkrete Namen von Politikern habe der Auftraggeber, der als Achmed bekannt ist, nicht genannt. Gelowicz hatte aber nach eigener Aussage das Ziel nicht weiter verfolgt, da ein Anschlag auf Politiker „zu aufwändig“ gewesen wäre. Gelowicz sagte vor Gericht: „Es wäre ein legitimer Dschihad (heiliger Krieg) gewesen, wenn deutsche Politiker, die Soldaten nach Afghanistan schicken, getroffen worden wären.“ siehe http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-prozess-anschlaege-auf-deutsche-politiker-gewuenscht_aid_431 561.html
Sauerland-Terroristen im Verhör: Angriff auf US-Militärlager
Zwei der Terroristen der Sauerland-Gruppe waren nach eigener Aussage an zwei Raketen- angriffen auf US-Militärlager in Afghanistan beteiligt. Ihre Gruppe sei "bis an die Zähne bewaff- net mit Jeeps von Pakistan nach Afghanistan gefahren" und habe dort die US-Militärlager mit Katjuscha-Raketen beschossen. Bei dem "Fronteinsatz" im Spätsommer 2006 habe jeder vier Magazine, Handgranaten, eine Kalaschnikow und ein Kampfmesser bei sich geführt, sagte der Angeklagte Adem Yilmaz im Prozess gegen die Sauerland-Gruppe am Düsseldorfer Oberlan- desgericht. Außerdem hätten sie einen Raketenwerfer aufgebaut und beim ersten Mal das US-Lager aus etwa zehn Kilometer Entfernung mit mehreren Raketen beschossen. "Die zweite Rakete ist voll im Lager eingeschlagen. Die Amerikaner haben mit Granaten um sich geschos- sen. Die dachten, wir sind ganz in der Nähe", sagte Yilmaz. Er selbst habe eine Flanke gesichert und keinen einzigen Schuss abgegeben.
"Eine brenzlige Situation"
Als sie erneut ein US-Lager mit Raketen angriffen, seien sie in Granatfeuer der Amerikaner gera- ten: "Wenn da so Granaten um einen einschlagen, ist man psychisch sehr geschafft. Das war eine brenzlige Situation. Ich hatte schon ein bischen Angst vor dem Tod. Vorher habe ich den Coolen gespielt, aber in der Situation hofft man schon, heil wieder raus zu kommen", sagte Yilmaz. Bei einer weiteren Operation hätten sie eine Mine scharf gemacht und auf eine US-Patrouille gewartet - diese sei aber nicht gekommen. siehe http://www.n-tv.de/politik/Angriff-auf-US-Militaerlager-article494808.html
Auch zweiter Angeklagter mit Kontakt zu „Sauerland-Gruppe“
Im Frankfurter Terroristenprozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Islamischen Dschi- had Union (IJU) hat auch der zweite Angeklagte umfangreiche Kontakte zu einem führenden Mitglied der sogenannten „Sauerland-Gruppe“ zugegeben. Der 28 Jahre alte Hüseyin Ö. sagte vor dem Oberlandesgericht, er habe Adem Yilmaz Sauerland-Terroristen: Adem Yilmaz kämpfte in Afghanistan gegen Amerikaner) in einer Frankfurter Moschee kennengelernt. Dieser habe ihm geholfen, Kontakte herzustellen, um in ein Ausbildungslager im pakistanisch/afghanischen Grenzgebiet zu gelangen. siehe http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E99905D8C24F3482C82FBDD9314A25050~ATp l~Ecommon~Scontent.html
Terror-Anschlag auf Ramstein sollte symbolische Bedeutung haben
Mit Anschlägen auf Diskotheken oder Pubs war der jüngste der Sauerland-Terroristen, Daniel Schneider, laut eigener Aussage nicht einverstanden. Der 23-Jährige hätte einen Terror- Anschlag auf die US-Militärbasis in Ramstein vorgezogen. Als „Dreh- und Angelpunkt“ für Soldaten der USA auf dem Weg nach Afghanistan und den Irak sollte ein Terror-Anschlag auf Ramstein symbolische Wirkung haben. „Der symbolische Charakter wäre meiner Meinung nach erheblich gewesen“, sagte der 23-Jährige am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Ramstein sei „Dreh- und Angelpunkt“ für amerikanische Soldaten auf dem Weg in den Irak oder nach Afghanistan gewesen. Die mögliche Opferzahl habe in seinen Plänen keine Rolle gespielt.
Weniger einverstanden war er nach eigener Aussage mit den Ideen der Mitangeklagten Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz, möglicherweise auch Anschläge auf Diskotheken oder Pubs zu begehen. Dabei wäre zu befürchten gewesen, dass sich viele Zivilpersonen unter den Opfern befinden könnten. Er habe die beiden überzeugen wollen, dass Ramstein als Ziel machbar sei, sagte Schneider. siehe http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/deutschland-terror-anschlag-auf-ramstein-sollte-symbolische-bedeu tung-haben_aid_435964.html http://www.welt.de/politik/sauerlandgruppe/article4540696/Sauerland-Terrorist-draengte-auf-Ramstein-Anschlag.ht ml
Anklage gegen Chemikalienhändler erhoben
Neue Entwicklungen im Fall der Sauerland-Gruppe: Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage gegen einen 38-jährigen Chemikalienhändler aus Hodenhagen (Kreis Soltau-Fallingbostel) erhoben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die sogenannte Sauerland-Gruppe mit Chemi- kalien zur Herstellung von Sprengstoffen beliefert zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, steht er zudem im Verdacht, Betäubungsmittel und gefährliche Chemikalien hergestellt und auch an andere Personen vertrieben zu haben. Der 44-seitigen Anklageschrift zufolge lieferte der Mann auf Bestellung Chemikalien, die mit anderen Substanzen vermischt zur Herstellung von Sprengstoff dienen. Der Sauerland-Gruppe lieferte er so insgesamt 585 Kilogramm Wasserstoffperoxid. Laut Staatsanwaltschaft hat er gewusst, dass die Gruppe damit Sprengstoff herstellen wollte. siehe http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/767338/Anklage-gegen-Chemikalienhaendler-erhobe n.html http://www.abendblatt.de/politik/article1218998/Anklage-gegen-Lieferanten-der-Sauerlandgruppe.html http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/sprengstoffhaendler102.html
Sauerland-Gruppe: Urteil gegen Helfer der Terrorgruppe 
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main verurteilt zwei 28-jährige Helfer der Sauerland- Terrorgruppe zu zwei Jahren und neun Monaten beziehungsweise einem Jahr und zwei Mona- ten Haft. Die beiden Männer werden unter anderem wegen der Unterstützung einer terroristi- schen Vereinigung im Ausland für schuldig befunden. Die Bundesanwaltschaft hatte Gefäng- nisstrafen von dreieinhalb beziehungsweise zweieinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte sich für Haftstrafen von zweieinhalb Jahren beziehungsweise eineinhalb Jahren auf Bewährung ausgesprochen.
Die Staatsanwaltschaft hatte Hüseyin Ö. und Omid S. Unterstützung der ausländischen terro- ristischen Vereinigung Islamistische Dschihad-Union (IJU) und Betrug vorgeworfen. So soll Hüseyin Ö. Gegenstände wie einen Infrarotstrahleraufsatz an ein Mitglied der IJU übergeben haben, als er sich im Juni 2007 auf einer Reise in ein Ausbildungslager dieser Organisation befand, um sich dort für die Teilnahme am „Heiligen Krieg“ („Dschihad“) ausbilden zu lassen.
Des Weiteren wird ihm vorgeworfen, vor seiner Abreise im Juni 2007 seine EC-Karte dem der Sauerlandgruppe angehörenden Adem Yilmaz übergeben zu haben, damit dieser über das Bankguthaben für die IJU verfügen konnte. Die Sauerlandgruppe, gegen deren Mitglieder zurzeit in Düsseldorf verhandelt wird, gilt als deutsche Zelle der IJU.
Die Anklagevertreterin hatte in ihrem mehr als zweistündigen Plädoyer von der „gewaltbereiten, radikal-islamischen“ Einstellung der beiden jungen Männer gesprochen, die sich dem religiö- sen Fundamentalismus verschrieben hätten. Reue und Einsicht seien trotz ihres Geständnis- ses nicht erkennbar gewesen. siehe http://www.focus.de/panorama/vermischtes/sauerland-gruppe-urteil-gegen-helfer-der-terrorgruppe_aid_444312.htm l http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jd3m11vrtDOIad5lzLWr5XvDfvNg http://www.sueddeutsche.de/politik/432/490805/text/ http://www.welt.de/politik/sauerlandgruppe/article4828758/Helfer-der-Sauerlandgruppe-zu-Gefaengnis-verurteilt.ht ml http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/769512/Haftstrafen-fuer-Terror-Helfer.html http://www.fr-online.de/top_news/2011542_Sauerland-Helfer-verurteilt-Warme-Unterhosen-fuer-Heiligen-Krieg.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,654923,00.html http://www.stern.de/panorama/terror-prozess-in-frankfurt-dschihad-unterstuetzer-kommen-ins-gefaengnis-1514349.h tml
Atilla S.: "Erschrocken über Sprengstoff" - Sauerland-Verdächtiger verärgert über Komplizen
Im Prozess gegen die "Sauerland-Gruppe" hat der Angeklagte Atilla S. sich am Dienstag wider- sprüchlich zu seiner Rolle bei der Vorbereitung der geplanten Sprengstoffanschläge geäußert. "Dass ich eingebunden bin, dass ich mit der Sache zu tun hatte, war schon klar", sagte der 24-Jährige am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Er habe sich allerdings nicht so integriert in die Gruppe wie die anderen Mitglieder gefühlt, betonte S. Seine Aufgabe sei es lediglich gewesen, die Vorbereitung der geplanten Anschläge durch die Beschaffung von Zün- dern in der Türkei zu unterstützen. Auch habe er über die von der Gruppe in Deutschland ange- dachten Ziele der Sprengstoffanschläge nichts gewusst, sagte S. Er sei daher "erschrocken" gewesen, als er nach der Festnahme seiner drei Mitangeklagten in den Medien gelesen habe, dass die Truppe 700 Kilogramm Sprengstoff für die geplanten Attentate beschafft und Anschlä- ge auf Diskotheken oder Flughäfen überlegt hatte, sagte S. Er habe sich immer gegen mögliche zivile Opfer ausgesprochen. Gleichzeitig hatte Atilla S. nach eigenen Angaben zuvor in Deutschland mehrmals Autos für den Transport des Sprengstoffs angemietet sowie zu den Auswirkungen der für die Anschläge angedachten Chemikalie Wasserstoffperoxid im Internet recherchiert. Auch hatte er sich mit den Mitangeklagten Adem Y. und Fritz G. über die best- mögliche Beschaffung großer Mengen der Chemikalie beraten. siehe http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/774951/Atilla-S-Erschrocken-ueber-Sprengstoff.html http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/nrw/Sauerland-Verdaechtiger-veraergert-ueber-Komplizen;art1544,712 905
Kontakt mit Sauerland-Gruppe: Weiterer mutmaßlicher Terrorhelfer angeklagt
Die Bundesanwaltschaft hat gegen einen weiteren mutmaßlichen islamistischen Terroristen aus Deutschland Anklage erhoben. Der Deutsch-Türke Kadir T. war ein Freund von Adem Yilmaz, einem der Angeklagten der Sauerland-Gruppe. Er soll in dessen Auftrag die Islamische Jihad Union unterstützt haben. Der 24-jährige Kadir T. wurde im August dieses Jahres festge- nommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft den ßmutmalichen Terrorhelfer aus dem Umfeld der Sauerland-Gruppe angeklagt. Die Anklage lau- tet auf Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Nach einer Mitteilung vom Mittwoch wird dem Deutsch-Türken vorge- worfen, im Auftrag von Adem Yilmaz eine Videokamera und ein Nachtsichtgerät für die Terror- gruppe Islamische Dschihad Union (IJU) gekauft zu haben. Yilmaz steht derzeit als Mitglied der terroristischen Sauerland-Gruppe in Düsseldorf vor Gericht.
Kadir T., der über sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft verfügt, besuchte demnach seit März 2007 regelmäßig wöchentliche Treffen der Sauerland-Gruppe, die als deutsche Zelle der IJU gilt. Bei diesen Treffen sollten laut Anklage geeignete Kandidaten für die IJU rekrutiert werden. Laut Oberlandesgericht Frankfurt befanden sich darunter auch die im Oktober verurteilten Omid S. aus Langen und Hüseyin Ö. aus Dietzenbach. Ebenfalls teilge- nommen haben soll der Verdächtige Burhan Yilmaz, der ein Bruder von Adem Yilmaz ist und gesondert angeklagt wurde. Zu der Gruppe gehörten darüber hinaus Cüneyt C. und Sadullah K., die nach den Verlautbarungen der IJU mittlerweile "als Märtyrer gefallen" sind, wie die Bun- desanwaltschaft weiter mitteilte. Seit seiner Einbindung in diesen islamisch-fundamentalisti- schen Kreis befürworte Kadir T. den gewaltsamen Dschihad der ausländischen terroristischen Vereinigung, erklärten die Ankläger. siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,666133,00.html http://www.faz.net/s/RubF359F74E867B46C1A180E8E1E1197DEE/Doc~E1862706E966B477EA79E5E456DA7C09F~ATpl~ Ecommon~Scontent.html http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/karlsruhe-anklage-gegen-mutmasslichen-terroristen-kadir-t-erhobe n_aid_461629.html http://www.stern.de/politik/deutschland/sauerland-zelle-mutmasslicher-terrorhelfer-verhaftet-643192.html
Versuchter Mord: Sauerland-Terrorist gesteht Unbändiger Hass und Freude am Massenmord 1000 Seiten Geständnisse ohne wirkliche Reue Sie freuten sich auf einen erfolgreichen Massenmord

Kurz vor dem Ende des "Sauerland"-Prozesses hat der mutmaßliche Terrorist Daniel Schneider erstmals die versuchte Tötung eines Polizisten gestanden. Bei seiner Festnahme habe er den Tod des Beamten billigend in Kauf genommen, räumte der 24-jährige Angeklagte vor dem Ober- landesgericht in Düsseldorf ein. Das Gerangel mit dem Beamten bei dem Zugriff im Herbst 2007 hätte durchaus "einen tödlichen Ausgang nehmen können", sagte er. In den vergangenen Monaten hatte Schneider mehrfach beteuert, er habe zu keinem Zeitpunkt die Absicht gehabt, auf den Polizisten zu schießen. Bei dem Kampf hatte Schneider die Waffe des Beamten aus dem Holster gerissen. Es fiel ein Schuss, der aber ins Leere ging. Schneider ist als einziges der vier Mitglieder der islamistischen "Sauerland"-Gruppe auch des versuchten Mordes angeklagt.
Beweisaufnahme abgeschlossen
Nach gut neun Monaten Verhandlungsdauer schloss der Staatsschutzsenat nach 57 Verhand- lungstagen damit die Beweisaufnahme ab. An diesem Mittwoch beginnt die Bundesanwalt- schaft mit ihrem zweitägigen Plädoyer. Das Urteil ist für den 4. März geplant. Den weitgehend geständigen Angeklagten wird die Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen in Deutschland und die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung vorgeworfen.
Bundesanwalt Volker Brinkmann hat den Angeklagten im Sauerland-Prozess eine erschrecken- de Menschenverachtung attestiert. Es habe große Gefahr gedroht, sagte der Ankläger, der ein Plädoyer auf die Nachrichtendienste hielt. Ihre Arbeit sei unverzichtbar, um solche Strukturen zu erkennen. Der Bundesanwalt aus Karlsruhe hob die Niedertracht des Quartetts hervor, als er am gestrigen Mittwoch sein Plädoyer zum Abschluss des Prozesses vor dem Oberlandesge- richt Düsseldorf (OLG) begann. Die Angeklagten hätten sich an der Vorstellung erfreut, 150 Amerikaner zu töten. Dass es auch Frauen und Kinder hätte treffen können, „tat ihrer Freude auf einen Massenmord keinen Abbruch“, sagte Brinkmann im Plädoyer. Auf der anderen Seite hörten ihm Fritz Gelo- wicz, Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Attila Selek regungslos zu. Die 24- bis 31-Jährigen haben umfassende Geständnisse abgelegt, so dass er der Prozess erheblich verkürzt wurde.
Eine „geständige Einlassung“ hat in der Rechtsprechung gemeinhin günstigere Auswirkungen auf das Strafmaß, weshalb Brinkmann erklärte, die Angeklagten wollten sich eine „Strafmilde- rung erkaufen“. „Selbst der härteste Gotteskrieger will nicht im Gefängnis sitzen und den heiligen Krieg an sich vorüberziehen lassen“, sagte Brinkmann. Was wie Polemik klang, wurde durch weitere Ein- schätzungen weiter unterfüttert. Nach Ansicht des Bundesanwalts hätten die Angeklagten eine erschreckende Menschenverachtung offenbart. Sie hätten weder Reue gezeigt noch empfun- den. „Emotionale Regungen sind ihnen fremd“, sagte Brinkmann.
Doch waren die mutmaßlichen Terroristen wirklich fähig, Autobomben herzustellen? Ein weiterer Vertreter der Bundesanwaltschaft stellt anhand der Geständnisse und der weiteren Ermittlungsergebnisse dar, dass sich die Angeklagten bereits nah am Ziel ihrer Pläne glaubten: Attila S. war demnach im Februar 2007 in die Türkei geflüchtet, weil er richtigerweise glaubte, Ermittler auf sich aufmerksam gemacht zu haben, als er einige Monate zuvor in Hanau mit dem Auto amerikanische Kasernen als potenzielle Anschlagsorte ausgekundschaftet hatte. Fritz G. hatte von ihm Sprengzünder angefordert, die der IJU-Ausbilder "Achmed" ihm über einen Unbekannten geschickt hatte. Monate später und auf verschlungenen Wegen wurden G. 26 Sprengzünder, darunter sechs von der "jugoslawischen Mafia" übergeben. Doch nur drei von ihnen waren funktionsfähig. Auch das von G. besorgte Wasserstoffperoxid von einem Händler aus Niedersachsen hatte Mängel, so die Bundesanwaltschaft weiter. Denn verdeckte Ermittler waren der Gruppe im Sommer 2007 längst auf die Schlichte gekom- men und tauschten die letzten drei der insgesamt zwölf gekauften Fässer gegen Chemikalien mit einem zu geringen Wirkstoffgehalt aus. Insgesamt handelte es sich laut Bundesanwalt- schaft um 730 Liter Wasserstoffperoxid. Das entspricht 410 Kilogramm TNT-Sprengstoff.
Als Adem Y., Daniel S. und Fritz G. in dem seit dem 1. September 2007 angemieteten Ferienhaus im Sauerland den Sprengstoff und die Zünder herstellen wollten, um sie sodann in Mietautos einzubauen und anschließend als Autobomben verwenden zu können, mussten sie feststellen, dass dies nicht möglich war, wegen des mangelnden Wirkstoffgehalts. Doch die Ursache fan- den sie nicht mehr heraus. Am 4. September 2009 wurde die wegen des Ferienhauses so genannte Sauerland-Gruppe festgenommen. Attila S. wurde später in der Türkei gefasst. siehe http://www.n-tv.de/politik/Sauerland-Terrorist-gesteht-article709075.html http://www.n-tv.de/politik/Terroristen-wurden-gewarnt-article509045.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675733,00.html http://www.n-tv.de/politik/Sauerland-Prozess-vor-dem-Ende-article710142.html http://www.n-tv.de/politik/dossier/Rolle-der-Geheimdienste-article50892.html http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-prozess-unbaendiger-hass-und-freude-am-massenmord_aid_476 804.html http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-gruppe-terroristen-fuerchteten-tod-per-sms_aid_461251.html http://www.focus.de/politik/deutschland/gsg-9-kleidung-behinderte-spezialkommando_aid_472299.html http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-gruppe-pannen-bei-festnahme_aid_452889.html http://www.zeit.de/newsticker/2010/2/3/iptc-bdt-20100202-797-23755408xml http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/100203.jhtml?rubrikenstyle=panorama http://www.sueddeutsche.de/politik/816/502055/text/ http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/justiz/Plaedoyers-im-Sauerland-Prozess-beginnen_aid_814793.htm l http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Prozess-um-Sauerland-Gruppe-geht-in-die-letzte-Runde-id247419 1.html http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E9A0469FE04D7432B9AC8EEF665DE9F81~ATpl~ Ecommon~Scontent.html http://www.welt.de/politik/deutschland/article6242919/Sie-freuten-sich-auf-einen-Massenmord.html siehe auch Welt-Video http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/100203.jhtml?rubrikenstyle=panorama
Bis zu 13 Jahre Haft für Sauerland Terroristen gefordert
Prozess gegen mutmaßliche Terroristen in Düsseldorf: Sauerland- Gruppe droht lange Haft
Den mutmaßlichen Terroristen der islamistischen Sauerland-Gruppe drohen lange Haftstrafen. Nach dem Willen der Bundesanwaltschaft sollen sie bis zu 13 Jahre hinter Gitter. Das bean- tragte am Donnerstag (04.02.10) Chef-Ankläger Volker Brinkmann in Düsseldorf. Wegen Mit- gliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Verabredung zum Mord und Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion forderte die Bundesanwaltschaft 13 Jahre Haft für Daniel S., zwölfeinhalb Jahre für Fritz G. und elfeinhalb Jahre für Adem Y. Die Strafforderung für Daniel S. beinhaltet den Vorwurf des versuchten Mordes an einem Polizisten und des Wider- standes gegen Vollstreckungsbeamte. Der vierte Angeklagte Atilla S. soll nach dem Willen der Anklage als Unterstützer der Terrorvereinigung für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Bun- desanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, mit gewaltigen Autobomben "Massenmorde unvor- stellbaren Ausmaßes geplant" zu haben. Nur durch die Festnahmen der Angeklagten sei dies verhindert worden. "Schwer verletzte Menschen mit abgerissenen Gliedmaßen waren Teil des Kalküls", sagte Brinkmann. So sollten die Bomben noch mit Metallteilen gespickt werden, um die Splitterwirkung zu erhöhen: "Das Ausmaß der Menschenverachtung und Gefühllosigkeit ist abgrundtief", sagte der Ankläger.
Laut Bundesanwaltschaft war Fritz G. (30) der "Motor des Geschehens", der von den anderen akzeptierte "Emir" der Gruppe gewesen. Adem Y. (31) habe "schon der Gedanke an das beab- sichtigte Blutbad erfreut". Außerdem habe er einen späteren Selbstmord-Attentäter geschleust, der mehrere ISAF-Soldaten getötet habe. Anzeichen eines Umdenkens seien lediglich beim einst "strammen Gotteskrieger" Daniel S. zu erkennen, der bei seiner Festnahme noch trotzig in die Kameras geblickt habe. Daniel S. habe aber darüber hinaus bei seiner Festnahme versucht, einen Polizisten zu ermorden: "Sie wollten den Beamten über den Haufen schießen", warf ihm der Bundesanwalt vor. Die Sauerland-Gruppe hatte nach Überzeugung der Anklage im Auftrag der im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ansässigen Terrorgruppe Islamische Dschihad Union1 (IJU) Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant. Die Islamisten seien aus religiöser Verblendung von einem unbändigen Hass auf US-Soldaten getrieben gewesen und hätten auch vor der Tötung von Frauen und Kindern nicht zurückgeschreckt. Auf diese Weise sollte der Bundestag zu einem Truppenabzug aus Afghanistan genötigt werden. Die Terroristen hätten sich hoch konspirativ verhalten und 150, am liebsten aber mehr Menschen töten wollen. Die kaum vorstellbare Sprengkraft ihrer Bomben hätte 410 Kilogramm TNT entsprochen. siehe http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/100204.jhtml http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-terroristen-anklage-fordert-bis-zu-13-jahre-gefaengnis_aid_4771 19.html http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,8025522,00.html http://www.n-tv.de/politik/Anklage-fordert-hohe-Haftstrafen-article712256.html http://www.abendblatt.de/politik/article1369968/Anklage-fordert-lange-Haftstrafen-fuer-Sauerland-Gruppe.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675966,00.html http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E4400E47173FF408389F165A8B5F03886~ATpl~E common~Scontent.html http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iYMvDum3-p50iwrFZP782UKzKHoA http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/bundesanwalt-vom-schaudern-erfasst/
Der Schoß ist lebendig und fruchtbar noch, aus dem das kroch ...
Terrorfinanzierung: Ehefrau von Sauerland-Angeklagtem Gelowicz verhaftet Gelowicz gibt sich schockiert über die Festnahme seiner Ehefrau Abkehr vom Terrorismus? Angeklagte schwören ernstgemeinte Reue Späte Einsicht oder pure Heuchelei?
Die Ehefrau von Fritz Gelowicz, Hauptangeklagter im Sauerland-Prozess, sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft. Sie soll mit zwei ebenfalls festgenommenen Männern der "Islamischen Dschihad-Union" Geld geschickt haben, in deren Namen ihr Mann mutmaßlich Bomben bauen wollte. Eine gute Woche, bevor das Oberlandesgericht Düsseldorf ihren Ehemann Fritz Gelo- wicz voraussichtlich als Terroristen zu einer langen Haftstrafe verurteilen wird, ist die 28 Jahre alte Frau wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Aus- land am Samstag festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Dem Generalbundesanwalt zufolge ist sie dringend verdächtig, über einen Mittelsmann in der Türkei Geld an die in Afghanistan aktive Terrorgruppe "Islamische Bewegung Usbekistan" (IJU) überwiesen zu haben. Insgesamt geht es um 2450 Euro. Die IJU ist eben jene Organisation, in deren Auftrag Fritz Gelowitz mit seinen Mitverschwörern laut seinem eigenen Geständnis mehrere Sprengsätze in Deutschland zünden wollte, um so viele US-Soldaten wie möglich zu töten. In dem Verfahren gegen ihren Ehemann hatte sie nicht ausgesagt, weder gegenüber den Ermittlern noch im Düsseldorfer Gerichtssaal. Stattdessen machte die Büroangestellte von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Sie wurde zu keinem Zeitpunkt verdächtigt, zu den Verschwörern gezählt zu haben. Gelowicz hatte sie erst im Januar 2007 geheiratet. Im September 2007 war er, beim Kochen einer Testcharge Sprengstoff, im Sauerland festgenom- men worden. Zuvor hatte er sich mit seinen Mitangeklagten Daniel Schneider, Adem Yilmaz und Atilla Selek in einem Camp der IJU ausbilden lassen.
Als die Polizei am Tag der Festnahme ihres Mannes im September 2007 die gemeinsame Woh- nung in Ulm durchsuchte, reagierte sie "ungehalten", wie die Beamten vermerkten. Sie unter- stellte den Polizisten auch, ihr Geld und Schmuck gestohlen zu haben, nahm das aber später zurück. Ihren Ehemann besuchte sie mehrfach im Gefängnis, auf ihren Antrag hin wurde den Eheleuten gestattet, sich einmal im Monat für fünf Minuten zu berühren oder zu umarmen. Sie beklagte sich bei Gelowicz über Belästigung durch die Presse und Probleme bei der Arbeit. Fritz Gelowicz hat vor Gericht erklärt, er habe dieses Kapitel seines Lebens abgeschlossen. Dass seine Frau indes ebenfalls radikalen Gedanke anhing, ahnte offenbar kaum jemand. Nun hat sich das Bild gewandelt. Denn den laufenden Ermittlungen zufolge hat sie sich, wäh- rend ihr Ehemann vor Gericht stand, mit anderen zusammengetan, um Geld an die IJU zu über- weisen. Dem Generalbundesanwalt zufolge beschaffte sie zusammen mit dem ebenfalls am Samstag festgenommenen Alican T. aus Berlin insgesamt 2450 Euro und überwies das Geld Ende ver- gangenen Jahres selbst an einen mutmaßlichen IJU-Mittelsmann in der Türkei.
Alicans T.s Adresse, zu der die Ermittler am Sonnabend ausrückten, liegt in Berlin-Kreuzberg in unmittelbarer Nähe des Kottbusser Tores: Inmitten von Wasserpfeifenhändlern, Gemüseläden und Imbissbuden wohnte der 20-Jährige in einem schmutzigbraunen Gründerzeithaus mit auf- fallendem gelbem Holzportal. Die Razzia kann für den gebürtigen Türken, der seit zwei Jahren deutscher Staatsbürger ist, kaum ganz überraschend gekommen sein - denn spätestens seit der vorvergangenen Woche wusste er, dass er im Visier deutscher Ermittler steht: In einer spektakulären Aktion hatten Fahnder einen Zug Richtung Wien angehalten, um zu verhindern, dass T. Deutschland verließ. Zuvor hatten sie ihm schon seinen Pass entzogen. Sie vermuteten, dass T. sich ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet absetzen und dort einer islamistischen Gruppierung anschließen wollte. Schon im Mai vergangenen Jahres stufte ihn die Polizei als "Gefährder" ein, sie beobachtete seine Kontakte in die Türkei und nach Pakistan und hörte seine Telefone ab. Die Ermittler ver- folgten, wie er Geld sammelte, angeblich für die "Islamische Dschihad-Union" - das jedenfalls ist der Vorwurf, den der Ermittlungsrichter T. vorgetragen hat.
Dritter im Bunde war laut Bundesanwaltschaft Fatih K., dessen Haftbefehl allerdings unter Auf- lagen außer Vollzug gesetzt wurde. Er soll der IJU knapp über 1400 Euro übermittelt haben. Bei K. handelt es sich wahrscheinlich um einen Mann, der den Behörden in Berlin bereits 2009 auf- gefallen war und gegen den wegen des Verdachts der "Verabredung zum Mord auf dem Gebiet der Russischen Föderation" ermittelt wurde. siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679518,00.html http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1266580866394.shtml http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1392897/Drei-mutmassliche-Terrorhelfer-festgenommen.html http://www.ksta.de/html/artikel/1266580866366.shtml http://www.focus.de/panorama/vermischtes/terror-ermittlungen-gegen-mutmassliche-terrorhelfer_aid_483041.html http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Drei-mutmassliche-Terrorhelfer-verhaftet-id2628852.html http://www.tagesschau.de/inland/terrorverdaechtige110.html http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6035252/141p2sp/ http://www.swp.de/ehingen/lokales/ulm_neu_ulm/art4329,374752 http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1262774/Mutmassliche-Terrorhelfer-in-Berlin-festgenommen.html http://www.n-tv.de/politik/Mutmassliche-Terrorhelfer-festgenommen-article741837.html http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Polizei-fasst-drei-mutmassliche-Terrorhelfer/68714 http://www.welt.de/news/article6526922/Abkehr-vom-Dschihad-Sauerland-Gruppe-will-Ruhe.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,679858,00.html http://www.focus.de/panorama/vermischtes/sauerland-gruppe-abkehr-vom-terrorismus_aid_483441.html http://www.focus.de/politik/deutschland/sauerland-gruppe-die-letzten-worte-der-terroristen_aid_483409.html http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1394371/Sauerland-Gruppe-schwoert-dem-Terrorismus-ab.html http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~ED4336EEECECE48A0B82BA2DAA51A1BFC~ATp l~Ecommon~Scontent.html?rss_googlenews http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5h6zgHYSknR8VZp5tH2r8RlKAxyyQ http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/02/23/International/Sauerland-Terroristen-schwoeren-Terroris mus-ab
Relativ milde Urteile gegen die islamischen Faschisten und Terroristen der Sauerland-Gruppe
Sauerland-Gruppe: Bis zu zwölf Jahre Haft "Verblendung und verquere Ideen" ... doch der deutschstämmige islamische Faschismus / Terrorismus geht weiter, denn die Massenmörder leben unter uns Die brutalen Killer im Namen des Islam Monströse Terrorpläne
Die vier Terroristen der islamistischen Sauerland-Gruppe sind zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verhängte Strafen zwischen fünf und zwölf Jahren. Die Angeklagten hatten im Prozess Geständnisse abgelegt. Mit dem Urteil kommen die Richter des Oberlandesgerichts in Düsseldorf den Forderungen der Staatsanwaltschaft sehr nahe. Die hatte Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und 13 Jahren gefor- dert. Die Angeklagten Fritz Gelowicz (31), Adem Yilmaz (30), Daniel Schneider (24) und Attila Selek (24) standen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und Verabredung zum Mord vor Gericht. Daniel Schneider war zudem wegen versuchten Mordes angeklagt. Er hatte bei seiner Festnah- me auf einen Polizisten geschossen. gegen die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider wurde eine Haftstrafe von jeweils zwölf Jahren verhängt. Der türkische Staatsbürger Adem Yilmaz muss elf Jahre hinter Gitter. Als Helfer des Trios wurde der Deutsch-Türke Atilla Selek zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Sollen das reuige Täter sein? - lachende Arroganz im Gerichtssaal

Von der Gruppe sei eine "ungeheure Bedrohung" ausgegangen, sagte der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling in der Urteilsbegründung. Die Bundesanwaltschaft hatte den Angeklagten vor- geworfen, einen für die Bundesrepublik einzigartigen Massenmord geplant zu haben. Richter Breidling stellte fest, aus "Verblendung und verqueren Ideen" sowie aus Hass gegen alle "Ungläubigen" seien die Vier bereit gewesen, Mordanschläge zu begehen. Der Prozess habe einen breiten und tiefen Einblick in die Zusammenhänge des Terrorismus geöffnet. Die Mitglie- der der Gruppe waren bei ihren Tatvorbereitungen ausgiebig beobachtet worden. Gelowicz, Schneider und Yilmaz waren im Sauerland festgenommen worden, wo sie begonnen hatten, aus mehr als 700 Liter Wasserstoffperoxid Autobomben zu bauen, um Anschläge gegen US- Einrichtungen, Diskotheken oder Flughäfen zu verüben. Damit wollten sie den Abzug der Bun- deswehr aus Afghanistan erzwingen. Die Ermittler beobachteten das Quartett mehrere Monate und konnten die Anschlag-Pläne vereiteln. Die Beschattung der Sauerland-Gruppe gilt als die größte Polizei-Operation seit der Entführung von Arbeitgeber-Präsident Hanns-Martin Schleyer durch RAF-Terroristen 1977.
Ursprünglich hatte das Gericht für den Prozess zwei Jahre eingeplant. Dass dieser letztlich nur zehn Monate dauerte, lag vor allem an den Geständnissen der Angeklagten. Mit Ausnahme von Yilmaz schworen sie dem bewaffneten Kampf und dem Terror im Laufe des Prozesses nach- drücklich ab. Ob aus Kalkül oder aus wirklicher Reue, blieb unklar, machte sich aber positiv im Strafmaß bemerkbar. Yilmaz gab sich bis zuletzt kämpferisch und sagte, dass er am bewaffne- ten Kampf festhalten wolle. Obwohl der Prozess durch die 1.200 Seiten starken Geständnisse der Angeklagten um etwa ein Jahr abgekürzt wurde, wird er als eines der umfangreichsten Terrorverfahren in die deutsche Geschichte eingehen.
siehe http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/100304_urteil_b.jhtml http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/100304_urteil.jhtml http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/sauerland_gruppe/uebersicht.jhtml?rubrikenstyle=panorama &rubrikenstyle=panorama siehe auch Video http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video664464.html http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio50310.html http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Terrorismus-Sauerland-Gruppe-Prozess;art122,3048040 http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=04032010ArtikelPolitikHeine1 http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-17454/terrorprozess-die-quittung-fuer-die-todesengel_aid_486581.html http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/988014/Langjaehrige-Haftstrafen-fuer-Terrorgruppe#/beitrag/video/9 88014/Langjaehrige-Haftstrafen-fuer-Terrorgruppe http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,8045807,00.html http://www.n24.de/news/newsitem_5899708.html http://www.n24.de/news/newsitem_4992757.html http://www.n24.de/news/newsitem_4992755.html http://www.derwesten.de/nachrichten/Richter-haelt-Sauerland-Gruppe-nur-fuer-Spitze-des-Eisbergs-id2675792.html http://www.derwesten.de/nachrichten/Urteile-im-Sauerlandprozess-setzen-das-richtige-Signal-id2673583.html http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Drei-mutmassliche-Terrorhelfer-verhaftet-id2628852.html http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Verteidiger-im-Sauerland-Prozess-fordern-milde-Strafe-id2608343.htm l http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681792,00.html http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/2384052_Recht-und-Freiheit.html http://diepresse.com/home/panorama/welt/544254/index.do?_vl_backlink=/home/index.do http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E9DAAF703ACA74866839DF61517B3F350~ATpl~ Ecommon~Scontent.html http://www.welt.de/politik/sauerlandgruppe/article6651529/Richter-verurteilt-die-Todesengel-des-Islam.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681700,00.html http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-03/sauerland-prozess-urteil-kommentar http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-verhinderten-dschihadisten/ http://www.ksta.de/html/artikel/1267540471444.shtml http://www.n-tv.de/politik/dossier/Sauerland-Gruppe-war-operative-Spitze-article759798.html
... lebenslängliche Haft und anschließende Sicherungs- verwahrung (nach anglikanischen Recht wären sie wie der Milliarden Betrüger Madoff zu 125 Jahren Gefängnis verurteilt worden) wären durch- aus angemessen gewesen, um die Gesellschaft vor solchen islamischen Gewalttätern und potenziellen Massenmördern zu schützen, die zwar vor Gericht aus Kalkül dem Terror abschworen, aber unbelehrbar erscheinen. Adem Yilmaz gestand zumindest ehrlich ein, dass er am bewaffneten Kampf und islamischem Faschismus festhalten werde. So ist zu erwarten, dass diese islamischen Faschisten sofort nach ihrer Haftentlassung wie viele ehemalige Guantanamo-Häftlinge sofort wieder in den bewaffneten Kampf eintreten.

PIRATERIE-PROZESS
Deutsche Nachhilfe für Kenias Justiz
Erstmals stehen von der Bundesmarine gefasste Piraterie-Verdächtige in Kenia vor Gericht. Der Prozess wird maßgeblich von Deutschland mitgesteuert: Berlin will die Zukunft der europäi- schen Anti-Seeräuber-Mission nicht dem Zufall überlassen. Doch der Start des Musterver- fahrens ist holprig. siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,620342,00.html http://www.tagesschau.de/ausland/piraten328.html http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,620538,00.html http://www.sat1.de/news/index.php/meldung/news_stories/4995935/1/nachrichten-panorama-piraten-prozess-in-ken ia-begonnen http://www.n24.de/news/newsitem_4995935.html http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,620834,00.html http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,621477,00.html siehe auch Video http://www.n-tv.de/1141613.html

Die schier endlose Kette von Ehrenmorden von ehrlosen islamischen Fundamentalisten in Deutschland reißt nicht ab
Köln - Neustadt Nord
25-Jährige vom Ehemann geprügelt - tot
Sie starb, weil sie den Kontakt zur Heimat wollte: Seit vier Jahren lebte Baha (25) mit ihrem Mann Ahmed Z. (32) und dem dreijährigen Töchterchen im Vierparteien-Haus auf der Erftstraße. Am Montag konnte der Notarzt nur noch ihren Tod feststellen.
Baha, die hübsche Frau aus der türkischen Küstenstadt Zonguldak, kam vor vier Jahren nach Köln. Ahmed, in Köln geboren, bot ihr hier ein Heim. Er schaffte in der Industrie, sie kümmerte sich ums Kind – und chattete immer häufiger im Internet mit Bekannten aus der Heimat. Das passte Ahmed nicht. Wüste Worte, brutale Schläge – vor einem Jahr rückte die Polizei an, warf Ahmed für zehn Tage aus der drei-Zimmer-Wohnung. Er kehrte zurück, das Unverständnis zwischen beiden blieb. Die Wut auch. Am Montag erschien Ahmed dann auf einer Wache in der Innenstadt. Er hätte seine Frau geschlagen, ihr dann mit ihren langen blonden Haare den Hals abgeschnürrt. Als Beamte und Notarzt in die Wohnung kamen, fanden sie die leblose Baha. Alle Rettungsmaßnahmen blieben erfolglos. Um das Töchterchen kümmern sich jetzt Verwandte, Ahmed Z. wurde festgenommen. siehe http://www.express.de/nachrichten/region/koeln/25-jaehrige-vom-ehemann-gepruegelt---tot_artikel_1235811542771. html
In Somalia herrschen Gewalt und Anarchie "Ein Dschungel, in dem jeder macht, was er will"
Somalia ist ein Land ohne Staat: Funktionierende Behörden oder Gesetze gibt es nicht. Wer sein Geld mit kriminellen Geschäften wie der Piraterie verdient, profitiert davon. Der Großteil der Bevölkerung aber ist auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. In Brüssel berät darüber heute eine Geberkonferenz.
Staatszerfall, Terrorherrschaft, Anarchie und ein Untergrundkrieg radikaler Islamisten gegen gemäßigtere Kräfte: Seit der Flucht des letzten Staatschefs Siad Barre vor 18 Jahren geht es mit Somalia kontinuierlich bergab. In der Hauptstadt Mogadischu zeugen nur noch von Gewehr- salven und Granateneinschlägen durchsiebte Häusergerippe von einstiger Größe. "Mogadischu ist ein Dschungel, in dem jeder macht, was er will", sagt Mohammed Hurre, der Initiator einer somalischen Friedensinitiative. "Die Regierung hat keine Kontrolle. Die Aufständi- schen operieren aus dem Untergrund. Alle haben Waffen, und die Gewalt eskaliert."
Übergangsregierung hat keine Kontrolle
Nur knapp 3000 Soldaten unter Mandat der Afrikanischen Union versuchen in dieser Hölle, eine Art von Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Übergangsregierung von Präsident Sharif Sheikh Achmed, die 15. seit 18 Jahren, hat hingegen kaum Kontrolle über das Land. Sicherheitskräfte beider Seiten sollen jetzt mit Millionen gestärkt werden, über deren Bereitstellung Geberländer heute in Brüssel diskutieren. siehe http://www.tagesschau.de/ausland/somalia184.html http://www.tagesschau.de/ausland/somalia192.html http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/somalia-praesident-somalias-will-piraten-auf-offener-see-und-auf-d em-festland-bekaempfen_aid_392586.html http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1730795_Piratenplage-Somalias-Praesident-entschuldigt-sic h.html http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4199168,00.html http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j2uHrclbCHpn91WvF_LUi6ftJIrw http://www.n24.de/news/newsitem_4998113.html http://www.ksta.de/html/artikel/1240406283992.shtml http://www.focus.de/panorama/vermischtes/un-ban-gegen-friedenstruppe-fuer-somalia_aid_392437.html http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=Wzo&cob=410250 http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1006296&kat=3&man=3
Islam-Professor in Münster lehrt unter Geheimhaltung
Münster. Die Universität Münster hat ihrem Islam-Professor Muhammad Sven Kalisch neue, überwachte Büros zugewiesen. Studierende des Fachs sind seit dem aktuellen Sommer- semester zu Verschwiegenheit aufgerufen. Kalisch hat den Zorn fanatischer Islamisten auf sich gezogen. Die Studierenden am „Centrum für Religiöse Studien” der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sind seit diesem Semester von ihrer Hochschule zu Verschwiegenheit angehalten: Die Büros sind zu Semesterbeginn umgesiedelt worden, Seminarräume am Lehrstuhl für die Religion des Islams bleiben bis kurz vor Veranstaltungsbeginn geheim, die Büro-Anschrift wurde aus den Uni-Verzeichnissen getilgt, die neuen Räume sind besonders gesichert und werden überwacht. Wie ein Sprecher am Mittwoch auf NRZ-Anfrage erklärte, reagiert die Hochschule damit auf Drohungen muslimischer Fundamentalisten gegen Lehrstuhlinhaber Prof. Muhammad Sven Kalisch.
Der 43-jährige Islamwissenschaftler, im Wintersemester 2004/2005 bundesweit erster Professor für muslimische Religionslehre, hatte im vergangenen Jahr den Ärger konservativer Muslime auf sich gezogen, weil er die Existenz des Propheten Mohammed in Zweifel gezogen hat. Die Polizei Münster bestätigte, dass Kalisch unter Schutz steht. Zur Art der Drohungen gegen Kalisch gab es keine Angaben. In Kalischs Institut hieß es, es würde keine Morddrohungen geben, wohl aber „Mails, die ihn auf den 'Pfad der Tugend' zurückbringen wollen”.
"Wir nehmen das ernst"
Die Verlagerung der Büros und der „Appell” an die davon betroffenen 120 von Kalisch betreu- ten Studierenden, die Örtlichkeiten nicht zu verraten, ist nach Ansicht von Universitätssprecher Norbert Frie „sicherlich ungewöhnlich”, ähnliche Vorkommnisse hätte es in Münster noch nicht gegeben. Die Hochschule hält ihr Vorgehen aber für angemessen, erklärte Frie: „Wir sehen eine Bedrohung und nehmen das ernst. Wir fühlen uns für die Sicherheit von Prof. Kalisch verant- wortlich.” Bereits im vergangenen Jahr war zudem von der Uni-Leitung entschieden worden, Kalisch von der Ausbildung künftiger muslimischer Religionslehrer abzuziehen. Eine zusätzliche Professur für seinen Nachfolger ist inzwischen vom NRW-Wissenschaftsministerium eingerichtet worden. Die besten fünf Bewerber stellen sich bis zum heutigen Donnerstag in öffentlichen Vorlesun- gen an der Uni vor: „Die Stelle wird in Kürze besetzt”, kündigte Frie an: „Wir hoffen, dass die Entscheidung dann auf die Zustimmung der islamischen Verbände trifft.”
Ditib: "Wir wurden nicht um Rat gebeten”
Von einer Befriedung des Streits ist man jedoch offenbar noch weit entfernt, lässt Bekir Alboga erkennen, Sprecher der türkisch-staatlichen Ditib in Köln: „Wir wurden nicht um Rat gebeten”. Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime und Sprecher des Koordinie- rungsrats der Muslime in Deutschland, war für ein Statement am Mittwoch nicht zu erreichen. Die muslimischen Vereinigungen hatten Kalisch im vergangenen September die Zusammenar- beit aufgekündigt. Er vertrete nicht mehr „die Lehre, wie sie die Allgemeinheit der Muslime in Deutschland verinnerlicht hat”, sagte damals Köhler. siehe http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/4/23/news-117766611/detail.html