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Freiheit

Ich kann durchaus verstehen, dass Ihnen das jetzt zu viel Text ist, um das alles zu lesen, auch wenn es noch so interessant und unterhaltsam sein könnte.                                        Das Internet ist ein für schnellen Konsum ausgerichtetes Medium.

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Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie.                                                                                                                                                                                                                                                                                                     
Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen.
Ich bin doch nicht blöd.
Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie.
Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge.                       Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören.
Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf.
Iss ja auch kein Wunder......

Wenn ich mit diesen leidenschaftlichen Autofahrern rede, ich meine die, die am Liebsten eine Freundin hätten die mindestens 400 KM entfernt lebt und wohnt, damit sie am Wochenende bewei- sen können, dass sie so eine Entfernung locker in drei Stunden auf der Autobahn schaffen, dann verstehe ich oft nicht wovon die reden. Wenn ich ihnen zum Beispiel erkläre, dass mein Führer- schein aus gesundheitlichen Gründen auf Lebenszeit weg ist, erlebe ich uneingeschränktes Mitleid und Bedauern über die Beschränkung meiner Freiheitsrechte.                                                                         Ich empfinde es nicht so, ich mag öffentliche Verkehrsmittel, denn da drinnen tobt trotz aller Einschränkungen die Spiegelwelt des wirklichen Lebens.
Freiheit – was bedeutet das für Autofahrer in Zeiten der ausufernden staatlichen Kontrollsucht?

Habe ich jemals früher diese Freiheit am Steuer erlebt?
Ich bin mir da nicht so sicher, und darum sollten Sie das mit mir zusammen mal genauer betrach- ten. Setzen Sie sich ruhig etwas entspannter hin und schalten Sie ihr Gehirn ein, erforschen Sie ihre Gedanken, denken Sie an ihr Auto und schauen Sie in ihr Inneres, ihren Geist, diese große schwarze Leere in ihrem Kopf, die Sie sich so gar nicht erklären können.                                                                         
Nüchtern und gelassen betrachtet sind Autofahrer Menschen, die - wie in keinem Bereich des Lebens - völlig entmündigt, reglementiert und ihrer Selbstbestimmung enthoben sind. Sie sind konsequent ihrer individuellen Entscheidungsfreiheit beraubt. Nur in einem winzigen Segment der „Autofahrerfreiheit“ können sie ihrem eigenen Willen und Wunschdenken freien Lauf lassen, ansonsten heißt es klipp und klar: Vorgegebenen Anweisungen und Befehlen gehorchen.
Sie müssen eine klar und eindeutig vorgegebene Richtung einhalten, obwohl das sehr viele nicht tun und  lebensgefährliche Wendungen und Haken in ihren Durchschnittsalltag einbauen. Sie können nicht spontan umdrehen, wenn sie erkannt haben, dass der eingeschlagene Weg falsch war, sondern müssen bis zur nächsten Wegkreuzung oder Abbiegemöglichkeit warten, weil dem die Straßenverkehrsordnung und die kommunale Verkehrsplanung im Weg stehen.

Da hilft dann auch kein noch so ausgetüfteltes digitales High-Tech-Navigationssystem. Und selbst wenn Sie es endlich geschafft haben irgendwo in die halbwegs richtige Richtung abzubiegen, dann befinden Sie sich noch nicht auf dem direkten Rückweg, sondern müssen erst einen Umweg in Kauf nehmen und verfahren sich womöglich, weil weder das Navi, noch die neben ihnen sitzende Ehefrau den richtigen Weg finden können, - schon gar nicht in der Straßenkarte, denn die kann ihre Frau erst gar nicht lesen.

Da müssen Sie gar nicht grinsen, das ist längst wissenschaftlich erforscht und erwiesen, dass Frauen enorme Schwierigkeiten haben eine präzise Straßenkarte zu lesen, weil sie einfach nicht verstehen, wie sie damit umgehen sollen. Im günstigsten Fall wissen sie gerade noch, dass es Norden – Osten – Westen und Süden gibt, aber nicht, wo die auf der Karte zu finden sind. Männer können das zwar auch nicht, aber sie tun immer sehr überzeugend so, als könnten sie das besser.                                                                                                                                                                                                 
Autofahrer dürfen aber auch nicht einfach irgendwo stehen bleiben, schon gar nicht mitten auf der Autobahn oder einer spurgeteilten Brücke, um vielleicht ihren Weg erst mal zu überdenken, weil sie ahnen, dass sie hier nicht richtig sind. Sie dürfen sich ja nicht einmal so schnell oder langsam und vorsichtig bewegen, wie sie wollen. Sie müssen sich stromlinienförmig und angepasst an den Verkehr integrieren.
Aber genau das ist schon für viele Mitbürger selbst außerhalb eines Autos, zum Beispiel im Umgang mit einem Lebenspartner ausgesprochen schwierig und kaum zu bewältigen, für Männer schon gar nicht.
Männer können nur schwer zwei Dinge gleichzeitig tun und schon gar nicht mehrere, wie Autofah- ren, den richtigen Weg finden, auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten, auf die vorgeschriebene Richtgeschwindigkeit, oder die plötzlich und unerwartet auftauchende „Verkehrsberuhigte-Zone“, - und dabei auch noch intelligent und gut aussehen, besonders wenn eine Frau dabei anwesend ist.    
Welcher Idiot hat diesen Begriff eigentlich erfunden?                                                                                        Also die Schweizer, - die waren es nicht, nicht in diesem Fall.

„Verkehrsberuhigte-Zone“ – das ist ein zynischer Witz und Widerspruch in sich, denn wie soll ein Schild einen gestressten Autofahrer beruhigen oder gar gleich den gesamten Verkehr?
Es setzt aber zum Glück nur milde Geldstrafen, wenn sie das alles trotzdem nicht beachten und sich über die Regeln hinwegsetzen, - und erwischt werden. Im befreundeten europäischen Ausland ist das meistens schon nicht mehr so harmlos nett, da können Sie durchaus auch schon mal ganz unsanft und rigoros im Gefängnis landen. Aber auch hierzulande erleben Sie ja seit diesem Jahr die totale Begrenzung mit den rot – grün – gelben Schadstoffplaketten. Da kommen sehr viele erst gar nicht mehr in die Innenstädte mit ihrem Wagen rein, und auch nicht in viele dieser verkehrsbe- ruhigten Zonen. Die Plaketten kosten zudem auch noch Geld, - aber die alltägliche Abzocke haben die freien Autofahrer inzwischen ja zähneknirschend akzeptiert.

 

 

 

 

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