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Ich lebe, widerrum auch nicht, kämpfe jeden Tag aufs Neue, fühlen, denken, wunderbar für mich ein seltenes Glück, am Abgrund vegetieren ist eine Kunst, - ich beherrsche sie gut. So habe ich eines Tages wieder meine Kreativität entdeckt. Durch meine Erkrankung bewege ich mich eigentlich nur in bekanntem Umfeld. (Agoraphobie). Wenn wir einmal im Jahr in Urlaub gefahren sind, das funktionierte nur mit Medikamenten, wollte ich mich nie weit vom Schlafplatz entfernen. Also blieb die Ferienwohnung. So habe ich Malzeug eingepackt, Wasserfarben damals, bemerkte schnell, das ich mich darin verlieren konnte. Ich fotografierte oft meine Motive und habe sie nach meinen Ideen gemalt.
Mit drei Kindern war das nicht so einfach.
Naive-Malerei ich habe Spaß daran. Irgendwann bekam ich Ölfarben geschenkt. Ein neues Feld. Mein Mann hatte nur die Kinder vergessen. Sie steckten alles in den Mund. Das habe ich schnell aufgegeben. Aquarellfarben, das war es. Heute male ich damit, wenn ich sie mal wieder vergessen habe, greife ich auf Wasserfarben zurück da man sie überall bekommt.
Inzwischen haben sich meine Bilder verändert. Seelen- oder Gefühlsbilder wie ich sie nenne. Mein inneres Kind, das nie erwachsen wurde. Oder den Phönix aus der Asche, Neubeginn meiner zerstörten Seele. Landschaften gehören noch immer dazu, um mich zu beruhigen und zu träumen.
Geschrieben habe ich schon immer. Als Kind kleine Rollen für meine Spielgefährten. Später ein bisschen Theater in der Schule, an kleinen Rollen mitgewirkt. Da ich sehr gerne Geschichten für Kinder erfunden habe, wollte ich immer ein Kinderbuch schreiben.
Das Leben wollte es anders. Es zwang mich zum Kampf ums Überleben, für meine kleine Familie und mich. Nun bin ich an einem Punkt angekommen, wo gravierende Veränderungen anstehen. Die Kinder sind groß, genau wie meine Angst. Sie ist ins unermessliche angestiegen. Dadurch hieß es Leben oder Tod. Ich entschied mich für das Leben. Nun haben sich meine Schleusen geöffnet. Ich schreibe und dichte, ohne Ende, die Gedanken sprudeln nur so aus mir heraus. Nur so kann ich meine Vergangenheit verarbeiten.
Es ist mein Land des Vergessens. Auch die Anonymität muss gewahrt bleiben, da noch Familienmitglieder leben.
Das ist ein Teil von mir.
Alayna
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