Home
zurück weiter

2. Gastbeitrag: Fred Lang

Kurzvita
 
Fred Lang ist Autor und Fotograf, verheiratet und Vater eines Zwillingspärchens.         Er wohnt in einem Dorf an der Niederelbe bei Hamburg und schreibt Gedichte und Kurzgeschichten - oft mit dem gewissen Augenzwinkern.                                                Drei Bücher, zwei CDs sowie zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa auf Literaturseiten im Internet und in diversen Anthologien. Im Wochenjournal einer norddeutschen Tageszeitung erscheinen regelmäßig seine Glossen über Merkwürdigkeiten des Alltags unter der Rubrik: AUCH DAS NOCH!
Weitere Informationen gibt es auf seiner Homepage:
FREDS SCHRÄGE SEITEN
Humorvolles und Nachdenkliches!
 

Ton in Ton
 
Eine Frau sitzt in einem vorwiegend in rötlich warmen Tönen gehaltenen, sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer an ihrem Schreibtisch.
Sie blickt versonnen auf ein Bild, das in einem roten Rahmen ihr genau gegenüber an der Wand hängt. Es zeigt ein junges Pärchen bei einer ausgesprochen lustvollen Beschäftigung. Auch das Ergebnis dieser eifrigen Bemühungen ist schon zu sehen.
Die natürlich handsignierte Fotoserie trägt den aussagekräftigen Titel: „Auch Tomaten können es!“und ist natürlich auch auf der Homepage des Künstlers unter: www.fred-lang.de zu bewundern.                                                                                                    
Es gilt als das wohl bedeutendste Werk aus der inzwischen von Sammlern hoch geschätzten so genannten „Roten Periode“ des weltberühmten Lichtbildners Fred Lang, bevor er dann in die bei intimen Kennern seines Schaffens nicht mehr ganz so beliebte „Blaue Periode“ wechselte.
Gerade hat sie das sehr humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Buch: „Von Mäusen, Menschen und anderem Getier“ dieses vielseitigen Fotografen und Schrift- stellers zu Ende gelesen und findet, dass es eine wertvolle Bereicherung ihrer allerdings noch im Aufbau befindlichen Sammlung zeitgenössischer Literatur ist.           
Sie trägt einen knallroten Hosenanzug und einen Kopfschmuck, der aus vielen kleinen kunstvoll zu einem Kranz arrangierten Tomaten besteht, die im Ton genau zu ihren wundervollen Haaren passen.
Ein seidenes Halstuch in der gleichen Farbe vervollständigt auf das Vorteilhafteste ihre elegante Erscheinung.
Es ist genau 12 Uhr Mittagszeit, als es zaghaft an der Tür klopft und ein ganz in Rot gekleideter alter Mann herein trippelt. Es ist übrigens der schon erwähnte Autor und Fotograf, dessen eigentlich unbezahlbares Gesamtwerk mit allen Rechten von ihr kürzlich auf einer Versteigerung bei SOTHEBY'S in London erworben wurde, und der nun auf seine alten Tage bei ihr als „Männchen für alles“ Unterschlupf gefunden hat. Er trägt mit etwas zittrigen Händen, die natürlich in roten, seidenen Handschuhen stecken, auf einem silbernen Tablett eine dampfende Suppenterrine an den Tisch. Ein Teller, eine silberne Schöpfkelle und ein Löffel, sowie eine rote Serviette aus feinstem Damast sind die passenden Accessoires.
Erwartungsvoll beugt sich seine Gebieterin über die Terrine. Zwischen ihren leicht geöffneten Lippen zuckt die kleine rote Zungenspitze unruhig hin und her. Ihr Gesicht strahlt vor Freude, als sie den Deckel abhebt.
Schließlich hat sie schon lange keine Erbsensuppe mehr gegessen!
 

 


Fred Lang
 

Rassiger Körper
 
Geht es Ihnen auch so: Sie öffnen in einem Restaurant die umfangreiche Weinkarte mit den Ausmaßen des Gästebuches einer mittleren Großstadt - und sind geplättet!
Eigentlich wollten Sie nur einen leicht bekömmlichen, nicht zu teuren Wein bestellen. Bier schmeckt ja auch gut, aber heute soll es mal ein guter Tropfen sein. Doch so einfach geht das nicht, wenn man die Empfehlung liest, die ein offenbar schon berauschter Dichter - Abteilung Lyrik - verfasst hat. Was halten Sie zum Beispiel von einem Erguß, der auch in vielen anderen Weinkarten - nur leicht verändert - zu finden ist und zusätzlich als eine gelungene Hymne auf noch ganz andere Genüsse verstanden werden könnte:
"Dieser edle Spitzenwein von vornehmer und zurückhaltender Eleganz verfügt über eine feste Ansprache im Geschmack und hinterläßt eine blumige Note am Gaumen. Mit seinem vollen, rassigen Körper hat er eine geradezu erotische Komponente. Seine überströmende Fruchtigkeit verleiht ihm einen seidigen, fast schon femininen Charakter ohne Ecken und Kanten. Nach lebhaftem Spiel auf der Zunge führt dann prickelnde Spritzigkeit zu einer wahren Explosion der Sinne! Im Nachhall zeigt er sich ausbalanciert."
Alles klar?
Herr Ober! Bitte ein Pils.
 
Nachtrag
Um wütenden Protesten professioneller Sommeliers (Weinkennern von Beruf) zuvor zu kommen, stelle ich hiermit klar, dass der "Erguß eines berauschten Dichters" von mir frei erfunden wurde und keinerlei Rückschlüsse auf unsere hoch entwickelte Weinkartenkultur zuläßt. Außerdem erkläre ich hiermit feierlich, nicht von der Bierlobby bestochen worden zu sein.
 

Andere Geschichten von Fred Lang findet ihr hier, folgt einfach dem Link
http://www.fred-lang.de:80/     es lohnt sich auf jeden Fall!!!!
Natürlich freut sich der Autor auch über eure Gedanken zu seinen Geschichten, schreibt ihm also einen Kommentar oder schickt ihm eine mail ....

post@fred-lang.de  

Es ist ohne Ausnahme verboten Lyrik aus dieser Website ohne Genehmigung in anderen Websites oder Blogs zu veröffentlichen. Bei Zuwiderhandlung erfolgt sofortige juristische Strafverfolgung durch eine Urheberrechtsklage

Home - Startseite
zurück weiter

Literatur Ausschreibungen für Autoren/-innen

.