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Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie. Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen. Ich bin doch nicht blöd. Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie. Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen. Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge. Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören. Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf. Iss ja auch kein Wunder......
Ich denke manchmal, dass es schön wäre, wenn es kein intelligentes Leben gäbe. Ich meine so außerhalb, so außerhalb der Erde, da draußen irgendwo, im Weltraum, wo ja einige behaupten schon unheimliche Begegnungen der 3.Art gehabt zu haben. Gibt es intelligentes Leben außerhalb unseres Planeten Erde? Haben Sie sich da das auch schon mal gefragt? Sehen Sie, und ich denke oft in bestimmten Momenten: Hoffentlich gibt es sie, hoffentlich gibt’s es sie nicht, diese Außerirdischen, und hoffentlich nicht intelligent. Denn was soll´n die denn von uns denken? Vielleicht halten sie uns für eine besonders wilde, primitive und dumme Spezies, ohne erkennbare Zivilisation.
Stellen Sie sich das doch mal bildlich vor, haben Sie sicher auch schon Hunderte mal im Stadt- bild gesehen, an der nächsten Ecke, direkt an der Bushaltestelle oder der Straßenbahn, mitten in der Fußgängerzone. Da sitzt Einer oder Eine mit etwas ungepflegtem Haar auf einem der wenigen Plastiksitzplätze, keine Obdachlose, aber schon ziemlich ramponiert. Um sie herum wuseln Menschenmassen auf dem Weg zur Arbeit und zum Einkauf, Touristen und Studenten. Und sie sitzt da, wartet aber nicht auf die Straßenbahn, oder auf eine andere Linie, und beißt mit weit aufgerissenem Mund große Brocken aus einem papierumschlungenen Weißbrotsack mit Fleischfüllung. Das Fett tropft ihr schon vom Kinn, der Mund fettverschmiert, und sie muss den Kopf leicht schräg halten, Mund und Augen weit aufgerissen, das Gesicht zur Grimasse verzerrt, um voller Gier überhaupt richtig aus dieser undefinierbaren Masse aus zusammengewürfeltem Fleisch abbeißen zu können. Nun sagen Sie doch mal ehrlich, sieht das nicht ziemlich ekelig aus?
Ich weiß, dass viele jetzt sagen „Was ist denn schon dabei?“ Aber ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass wir alle über viele Generationen erwor- benen und wertvollen Zivilisationsprozesse innerhalb weniger Jahre einfach wieder ins Nichts verstoßen. So ein Döner mit Weißbrotsack und Papierpräser sieht nicht nur wie Essensmüll aus. Wir wissen doch spätestens seit dem letzten Fleischskandal, was da so alles an ungenießbarem Abfall und Müll drin ist. Und die türkisch-griechischen Fleischgroßhändler und Dönerfabrikanten haben längst aus dem bundesdeutschen Geschäftsgebaren gelernt. Gefressen wird immer, und Hauptsache der Konsument ahnt nicht einmal, was er da in sich reinstopft. Schlitzohrigkeit und bescheißen gehören ohnehin seit zahllosen Generationen zum orientalischen Selbstverständnis. Das muss ich Ihnen doch wohl nicht erzählen. Wir stopfen uns zwischen zwei Bahnverbindungen so einen Fleischfabrikmüll rein, sehen dabei echt abstoßend und fetttriefend aus, und werden wie die Amis wegen dem ungesund ekligen Fraß immer fetter. Und jetzt stellen Sie sich doch zusätzlich mal vor, uns würden die Aliens, die Außerirdischen heimlich beobachten und studieren, wie entsetzt die dann zusehen, während Sie da auf dem unbequemen Plastiksitz schmatzend und fetttriefend ihren eigenen Döner herunterschlingen. „Seltsam sind sie, diese Menschen“, werden die Aliens sich denken, „sehr seltsam ...“ „Ja, und ... und sie fressen aus der Hand“, wird ein anderer mit Leberwurstfarbe ergänzen, „und sie fressen Müll ... und andere Artgenossen ...“ Das ist dann der Moment, wo ich mir mit aller Macht wünsche, dass es sie nicht gibt, dass es kein intelligentes Leben gibt außerhalb unseres Heimatplaneten, - denn wir müssten uns schämen für unseren Mangel an minimaler Esskultur. Aber selbst das kann man notfalls seufzend ignorieren und sich von diesem primitiven Fress- gelage angewidert abwenden.
Doch es gibt überall in allen Lebensbereichen diesen Mangel an Zivilisation. Denken Sie nur an das alltägliche Straßenkino, die Drängelei in den Einkaufsstraßen und Autobahnen, die Gewalt- bereitschaft in den Schulen, die skrupellose Betrügerei unserer Volksvertreter, ihre schamlose Mitnahmementalität, die sie immer nur an ihren Wählern bemängeln und öffentlich im Fernsehen anprangern, während sie diesen Staat erbarmungslos ausplündern, - und nie genug rauben und stehlen können, weil sie so ein enormes Raubpotenzial besitzen.
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