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Literatur Ausschreibungen 1

Weitere Infos findet ihr z.B. unter Interessengemeinschaft deutschsprachi- ger Autoren/-innen http://www.igda.net/blog/?cat=30                        

      Wie ein Literatur-Wettbewerb funktioniert

      aus meinem kostenlosen Leitfaden als e-book “Die 3 Säulen des literarischen Schreibens” 

      Lohnt sich die Teilnahme an Literatur-Ausschreibungen bzw. Wettbewerben?           

      Grundsätzlich ließe sich diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten, mit gewissen Einschränkungen. Wenn Sie sich aber selber die Aufgabe und den Druck auferlegt haben mit ihrer Lyrik und ihren Geschichten in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld und Ansehen zu verdienen, lautet die Antwort gleich:

      Nein - es sei denn, Sie wollen als Herausgeber von literarischen Werken fungieren.                      

      Literatur-Wettbewerbe in Lyrik oder Prosa stärken vor allem das eigene Selbstbewusst- sein und belegen in kleinem, überschaubaren und weder zu unter-, noch zu überschät- zendem Rahmen, was Sie bereits an qualitativem Schreiben erreicht haben.

      Allerdings steckt der Fehler im Detail, denn man weiß nie als Autor/-in, wer am anderen Ende der Ausschreibung wirklich das Sagen hat, welche wirklichen Interessen er/sie verfolgt, wie groß die Gier nach einem rein kommerziellen Erfolg ist. Hinzu kommt der jeweilige Geschmack des Herausgebers bzw. der Jury, soweit diese überhaupt vorhan- den ist. Diese unbedingt genau treffen zu wollen ist meines Erachtens nicht nur unmöglich, sondern auch aus individualistischen Gründen nicht empfehlenswert. Denn sonst schreiben Sie ständig dem derzeit gängigen Trend hinterher und vergessen dabei auf dem Weg ihre eigene Kreativität, sie verlieren evt. ihre Freude am kreativen Prozess, denn dann tun Sie genau das, was ich schon mehrfach, auch ganz am Anfang schrieb: Sie schreiben passgenau für eine Zielgruppe – was selten positive Früchte trägt.

      Aber selbst wenn, ist das keine Garantie für eine erfolgreiche Teilnahme.                        Anthologie Ausschreiber und Verlage, besonders Kostenzuschussverlage verspre- chen erst einmal vieles und alles, was der kreative Mensch und Autor so gerne hören will, - und verstecken die Haken an der Sache in massivem Kleingedruckten und teil- weise auch zwischen den Zeilen, so verklausuliert, dass es der Normalsterbliche kaum durchschaut. Nehmen Sie es eher sportlich oder noch besser als eine Art spielerischer Herausforderung.                                                                                                      

      Was haben Sie schon zu verlieren oder zu gewinnen?                                                               Im günstigsten Fall eine Veröffentlichung eines ihrer Texte in einer mehr oder weniger bedeutenden Anthologie, - die aber durchaus mehr oder weniger versehentlich in die richtigen falschen Hände geraten könnte, in die eines Verlegers, Lektors oder Literatur- Scouts, also eines – meistens - im Internet suchenden Agenten, der neue kreative Köpfe und Geister sucht und dabei zufällig auf eben jene Anthologie stößt, in der Sie veröffentlicht sind. Das muss nicht viel bedeuten, aber man weiß ja nie ...

      Grundsätzlich muss man sich darüber im klaren sein, dass Anthologien nicht gemacht werden, um kreativen Autoren/-innen eine Marktchance zu veröffentlichen, es geht in erster Linie ums Geschäft und darum Aufmerksamkeit bei potenziellen Verlagen zu erregen. Nicht für Sie und ihre Werke – sondern für die Herausgeber, die damit bewei- sen können, dass sie Sachverstand in Literatur und ein feines Händchen für kreative Menschen besitzen, sodass vielleicht ein Verlag den Auftrag erteilt eine Anthologie zusammenzustellen.  

      Für den Verlag ist das vorteilhaft, er hat keinerlei Arbeit mit der Suche nach guten Werken, kann die gesamte Vorarbeit auf ehrgeizige – meistens kleine bis mittlere – Herausgeber abwälzen. Ist das Ergebnis ansprechend, hat der Verlag – wie immer – gewonnen.                                                                                                                                            Interessant sind Anthologien auch für kleine bis Kleinstverlage, denn sie brauchen nicht nach Talenten zu suchen, sie bekommen sie per öffentliche Ausschreibung – heutzutage zu mehr als 90% im Internet – frei Haus durch ihre Ausschreibung geliefert und können bei Bedarf zurückgreifen. Zudem können gerade Kleinstverlage damit ihre öffentliche Präsenz auf Buchmessen deutlich verbessern, vorausgesetzt die literari- sche Qualität ist nicht deutlich unter gutem Mittelmaß. Denn Kleinst- und Kleinverlage können es sich meistens gar nicht leisten mehr als 1 – 2 Bücher pro Jahr zu verlegen. Da sind öffentlich ausgeschriebene Wettbewerbe und Anthologien eine hervorragende Möglichkeit.

      Denn eines muss man ganz klar sehen:                                                                                       Selbst wenn sich nur hundert Autoren/-innen beteiligen und aufgenommen werden in die Anthologie, bedeutet das für einen Kleinstverlag bereits wieder 100 verkaufte Bücher bei nahezu Null Kostenrisiko. Denn solche Anthologien werden immer bei sogenannten Kostenzuschussverlagen im Digitaldruck hergestellt, und zwar so viele gleichzeitig, wie der Herausgeber oder Kleinstverlag, bzw. der Buchhandel bestellt. Die Kosten sind minimal, und der Kleinstverlag kann davon ausgehen, dass der Autor/-in zumindest eines der Bücher bei ihm als Belegexemplar kauft, - dann vielleicht noch eines für die Freundin / Lebenspartner, die Eltern, die Großeltern und eine paar gute Freunde als Festgeschenk. Und schon sind 4-5 Bücher pro Autor verkauft.

      Meistens sind es wesentlich mehr Autoren/-innen, die sich an Ausschreibungen beteili- gen. In den Anthologien, in denen meine Texte gedruckt sind, waren es im Spitzenfall ca. 350 Autoren/-innen.                                                                                                                        Der Kleinstverlag oder Herausgeber nennt einen Herstellungspreis, den der Autor nicht überprüfen kann, und so bleibt mit etwas Glück ein kleines, hübsches Sümmchen für den Kleinstverlag übrig. Alle sind zufrieden, der Kostenzuschussverlag sowieso, der Kleinstverlag oder Herausgeber, die Autoren/-innen ebenfalls, denn sie können voller Stolz sagen, dass zum ersten Mal ein Text von ihnen in einem Buch veröffentlicht wurde.                                                                                                                                                         Das funktioniert großartig, und weil der Kleinstverlag mit dieser Anthologie möglichst wirksame Öffentlichkeitsarbeit machen will, können Sie davon ausgehen, dass durch- aus auf literarische Qualität geachtet wird. So kann man dann z.B. auf der Frankfurter oder Leipziger Buchmesse einen Kleinststand mit 4 neuen und den entsprechenden vorangegangenen Büchern bestücken. Vielleicht kommt ja ein Agent oder Verlagslek- tor gerade da vorbei und ist von einem Buch oder einem darin veröffentlichten Autor sehr angetan.

      Man kann nie wissen ...

      Vorsicht vor Literatur-Ausschreibungen mit einem Startgeld oder Kostenbeteiligung zwischen 10,-€ bis 30,-€, denn dahinter verstecken sich meistens Herausgeber oder Kleinstverlage, die damit keinerlei Risiko eingehen. Das sieht zwar auf den ersten Blick nicht nach viel Geld und professionellem Marketing aus, hat aber in Wahrheit gar nichts zu bedeuten.                                                                                                                                           Sie finanzieren dann mit ihrem Startgeld gemeinsam mit den anderen Autoren/-innen bereits die gesamten Kosten einer Verlegung, die deutlich unter 200,-€ liegen, - dank Digitaldruck. Der Herausgeber und Verlag ist meistens der alleinige Gewinner, der ein hübsches Sümmchen kassiert, zuzügl. der Einnahmen für die an die Autoren/-innen verkauften Bücher. Ob das Startgeld tatsächlich - wie oftmals angekündigt - an irgend- welche gemeinnützige Organisationen gespendet wird, können Sie als Autor/-in prak- tisch nicht überprüfen.

      Wenn aber eine Teilnahmebedingung lautet, dass sie als Autor zu einer Mindestabnah- me von Büchern (meistens zwischen 5-10 Exemplaren zu jeweils 8-15.-Euro) verpflich- tet sind, dann läuft das Ganze auf nichts anderes hinaus, als dass Sie einem potenziel- len Herausgeber das kleine Renome finanzieren.                                                                         Denn wir leben im Zeitalter des Digitaldrucks und der volltechnisierten Buchbindung zu erschwinglichen Preisen. Bei BoD (was ich hiermit ausdrücklich nicht empfehlen will) Engelsdorf oder anderen Kostenzuschussverlagen bekommen Sie heutzutage schon für kleines Geld - sprich wenig mehr als 100 Euro - ein komplett eigenes Werk zum Verkauf geliefert, mit ISBN-Nummer und Amazon-Vertrieb.                                           

      Bei Teilnahme von 20 Autoren/-innen (meistens sind es wesentlich mehr) an einer Buch-Mindestabnahme-Anthologie wie z.B. Betti Fichtl - Edition Wendepunkt haben Sie bei einer Mindestabnahme von 5 Büchern praktisch schon die halbe Produktion aus Ihrer eigenen Tasche finanziert, der Herausgeber geht somit keinerlei finanzielles Risiko ein. Bei Teilnahme von mehr als 2 Autoren/-innen begibt sich der Herausgeber bereits in die Gewinnzone.

      Ich kann nur empfehlen, beteiligen Sie sich an Ausschreibungen, aber schauen Sie ganz genau nach den Bedingungen und bisherigen Veröffentlichungen. Solange ihnen dabei keine Kosten entstehen, kann es durchaus eine kleine künstlerische Anerken- nung bedeuten. Gehen Sie einfach ins Internet, googeln sie nach Literatur-Ausschrei- bungen, sie werden jede Menge davon finden - auch hier auf diesen Seiten.

      Darüber muss man sich als Autor/-in völlig im Klaren sein.                                                   Ich gönne und wünsche Ihnen vorbehaltlos die Aufnahme ihrer Werke in eine Antho- logie, den ersten Schritt in den leider völlig kommerzialisierten Literaturmarkt oder Literaturzirkus. Aber Sie sollten dabei auch nicht die realen Bedingungen aus den Augen verlieren. Es gibt andere Ausschreibungen, bei denen Sie zu keinerlei Mindest- abnahme verpflichtet werden, - die sind ebenso interessant und reizvoll.

      Bezahl-Verlage: Die schönsten Seiten des “literarischen” Schwachsinns

      Mit vollmundiger Werbung locken Zuschussverlage Möchtegern-Autoren. Die müssen ordentlich zahlen, wenn sie sich gedruckt sehen wollen. Eine Aktivistengruppe machte die Probe aufs Exempel - und entdeckte eine Branche zwischen Geschäftemacherei und Dada. Die Post, die sechs sogenannten Zuschussverlagen in Deutschland und Österreich im Dezember 2008 zugeht, trägt als Absender den Namen Rico Beutlich. Der stellt sich als Krankenpfleger aus Dresden vor, berichtet von seinem Engagement als Kostümwart im Indianerclub Winnetou im sächsischen Radebeul und davon, dass er seinen "ersten Roman" fertiggestellt habe. Beutlich, so scheint es, ist einer von Tau- senden stiller Poeten in Deutschland. Sie reimen nach Feierabend Gedichte oder versuchen sich am großen Wurf, dem Roman. Weil die Romanciers und Verseschmie- de von größeren Verlagen so gut wie nie erhört werden, wenden sich ganze Heerscha- ren an die sogenannten Zuschussverlage. Die bezahlen nicht oder selten nur den Verfasser, sondern kehren das Honorarprinzip um: Autoren müssen dafür bezahlen, dass ihr Text gedruckt wird - obwohl der auf dem Buchmarkt und in den Feuilletons weitgehend unbeachtet bleiben wird. Der Mann, der sich Beutlich nennt, hat sein Anschreiben an sechs Verlage, die im Internet und in Print-Medien mit Slogans wie "Verlag sucht Autoren" und "Schreiben Sie?" für sich werben, um eine neunseitige Textprobe ergänzt.

      Peinlicher Klamauk von kosmischem Ausmaß

      In einem Exposé stellt Beutlich sein angeblich 842 Seiten langes Werk vor. Protago- nist der Handlung ist ein Kevin-Lukas, der schon als Zwölfjähriger "4000 Bücher quer durch die Beete gelesen" habe. Der junge Mann verliebt sich in Susi, die Assistentin seines Chefs, und wird zusammen mit ihr gefeuert. Er hackt sich in den Zentralrechner der Nasa ein und schickt Hilferufe an Außerirdische. Die All-Bewohner, so geht die Geschichte weiter, holen Kevin-Lukas samt Freundin auf den Planeten, wo "der dilettantische Professor für frühgalaktische Geschichte Blassschütter über ein Volk von vollbusigen Frauen" herrscht. Als Titel schlägt Beutlich, je nach Verlag, "All-Es" oder gar "Über-All" vor.

      Beutlich schickt neun Seiten des Manuskripts an die Deutsche Literaturgesellschaft in Berlin, den R.G. Fischer in Frankfurt am Main, den ebenfalls dort residierenden August von Goethe Literaturverlag, den Berliner Frieling-Verlag, den Wagner Verlag im hessi- schen Gelnhausen und den österreichischen Novum-Verlag. Allein: Der Hobby-Autor Rico Beutlich, der da seinen Erstling anpreist, existiert nicht. Es gibt zudem kein voll- ständiges Manuskript von 842 Seiten, wie Beutlich in seinem Anschreiben behauptet, sondern nur neun. Das Ganze ist ein fieser Gag. Hinter dem Pseudonym Beutlich verbirgt sich ein Trio von Literaten, das die Verlage hereinlegen will. Die drei Schrift- steller Tom Liehr, 46, aus Berlin, Michael "Kaelo" Janßen, 52, aus Dortmund und der Dresdner Michael Höfler, 38, allesamt Mitglieder der Internet-Poetengruppe "42erAuto- ren", haben sich "neun Seiten Stuss ausgedacht" (Liehr) und verschickt. Sie wollen die Zuschussverlage auf die Probe stellen. Und sie wollen den Nachweis führen, dass diesen Verlagen, die von Autoren Tausende und Abertausende Euro für den Druck von Büchern verlangen, die Qualität von Texten ziemlich gleichgültig ist - trotz ihres oft voll- mundig formulierten literarischen Anspruchs.                                                              

      den gesamten Beitrag siehe hier  http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,645279,00.html    

       

       

      Dieser Service für Autoren/-innen wird wegen der Unverhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen und aus Zeitmangel von meiner Seite aus ab sofort eingestellt. ich bitte um Verständnis, dass mir das eigene literarische Schreiben und sonstige kreative Arbeitsfelder zu wichtig sind, um mich darin zeitlich einzuschränken.

      Es ist auch zusätzlich nicht so schwer und mühsam wenn ihr euch selber durchs Internet bemührt die Ausschreibungen zu finden. Gebt einfach den Sucbegriff “Literaturausschreibungen” ein und ihr werdet eine Menge sehr interessanter Ergebnisse finden und zugleich herausfinden, dass es nicht im Handumdrehen zu recherchieren ist, dass es reichlich Zeit kostet.

       

       

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