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Lyrik -

die Kunst und das Spiel mit der geformten Sprache in Metaphern

Von vielen Texten gibt es auch Audio Versionen, achtet einfach auf den Lautsprecher - anklicken und los gehts, hören statt lesen

Im Spiegel
der Zeit
ein einziger Blick
offenbart
die Unaufrichtigkeit
der Gegenwart





©  Hans B.
 

Assoziationen  Bildersprache  Metrik    

Die weiße Wüste
des Papiers
wird gebrochen
durch gefallene Worte
Synonyme meines Lebens


Ich bitte euch
behutsam
mit ihnen umzugehen




©  Hans B.
 

Die letzten Beeren
dunkelrot und schwarz
überreifen an den Dornenranken
Längst verweht
der Blütenstaub
mit Tauperlen
benetzen wir die Lippen
am Frühmorgen
wollen bedächtig eintauchen
wenn die Tage
kürzer werden
in weißen Nebelschwaden




©  Hans B.
 

Alabasterne Nacht
aus Kristall gemacht
im Feuer geglüht
Sterne gesprüht
dem Dunkel ergeben
geboren dem Leben


und endlich wieder
zu dem gemacht
was der Zephir flüstert


Alabasterne Nacht







©  Hans B.
 

Enthüllung




In meiner Tiefe
schläft ein Wolf
mir unbekannt
vertraut
und rätselvoll





doch lieben
und grüßen ihn
die Frauen
 





©    Hans B.
 

Brutal gestohlen
wird uns der Herbst
mit seinen Prachtfarben
schlecht bezahlte Blaumänner
sammeln ihn ein
kehren fegen schaufeln
karren ihn davon

zurück bleiben
blattlose Bäume
obszön nackte Äste
auf denen sitzen letzte Vögel
strecken sich gen Himmel

Übel pfeifender Wind
treibt Regentropfen
vor sich her
ein paar letzte Faulblätter
kauern zwischen Wurzeln
ein leinengefesselter Dackel
pisst dampfend darauf




©    Hans B.
 

Des Winters
Graumantel flattert
im eisigen Wind
der viel verlor
von seiner Kraft
verkriecht sich
widerstrebend
in seine kalte Gruft

Auf kahlen Hainen
tanzen erstmals
schwarze Krähen
früher Vogelzug
am kaltblauen Himmel
vorsichtiges Ahnen
in der Luft liegt
Frühlingsflimmern

Kein Jauchzer
kein Aufschrei
doch zerrt
die mutige Amsel
am Graumantel
siegesgewiss

 



©  Hans B.
 

für Alayna

 

Nicht enden
will der Traum
Nachtschattenvogel
fliegt im Düsterwald
unzähliges Augenfunkeln




©    Hans B.
 

Lyrik




Unvergänglichkeit
ruht in unseren Händen

Nach Berührung
verlangend

Vereint
mit Wohlklang

So erwacht
neues Leben






©  Hans B.
 

Für Karin



Durch bunten Herbstwald
wär so gerne
ich gegangen
blättergekrönt
im Kreise gedreht
meine Mooskönigin




Doch viel zu früh
kam der Winter
in jenem Jahr
erbrach aus
düsteren Wolken
den letzten Schnee
wie leise Asche

Das Glück
zum Greifen nah
verlor sich träumend
im fernen Reich






©  Hans B.
 

Die nackte Verführung



Es war pure Lust
auf den ersten Blick
sprang mir lockend
auf den Leib
in die Augen
ließ die Nerven zittern
die Lippen trocken
Gier in den Fingerspitzen
120 Herzschlag
Schweißausbruch
unter den Achseln
Knall mich
Knall mich
Nimm mich
Jetzt – Jetzt – Jetzt
setz mich in Flammen
lass mich explodieren
die Funken fliegen
zwischen uns
Hitzewellen
fliegen hoch
bunte Sterne tanzen




ich hab nicht eine Sekunde gezögert
ich habs getan
der Lust gefrönt
mich ihr ergeben
es war unglaublich gut
ein pures Vergnügen




Ich liebe buntes Tischfeuerwerk




©  Hans B.
 

Einsichtssache


Mein Verstand
hüpft
auf einem Bein
das andere
ist festgenagelt

manchmal
findet er das
komisch


©  Hans B.
 

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