Diese Website ist optimiert auf Microsoft Internet Explorer  -  andere Browser können u.U. verfälschte Darstellungen liefern

2. Prophezeiung

 

 

Ein Kind hat keinen Namen
ein Mann spricht nicht über´s Land


es hat Schlangen im Brot
er hat Tod hinter die Sohlen geschrieben


es spielt die sarmantische Flöte
in der Hand die Dolden
das Schweigen
das schwarze Wort


ein wenig gefällt uns die Liebe noch
einen Tag
eine Stunde
ein Wort lang


aus einem Land regnet es Träume
in einer Muschel aufgefangen
dort steht ein Vogel
mit dem Zweig vor der Tür


er wiegt die Erde
die er kocht
er wiegt sie vor dem Klang der Posaune

 



©  Hans B.
 

Nur wenige Utensilien
nahm ich mit auf die Reise
ein Blasrohr
einen Stab
und eine Geige
seltsam genug
und einen ledernen Wassersack

Das genügte mir
um nach dem
Feuerkind zu suchen





©  Hans B.
 

Ich bin der Abend
braun und stumm
und teile meine Nächte
mit der Lilie
und mit dem Duft
des Grases jenes Sommers
den ich
mein Leben heiße





©  Hans B.
 

Zaubere Schamane !
Werfe die Vögel !
Befreie die Winde
und lass die Wölfe los !



Dann
in der Nacht der Irrlichter
will ich zu Dir kommen
will dein Schüler sein
und brennen
brennen
brennen
brennen






©  Hans B.
 

3. Prophezeiung




Ein Mann kam ins Haus
er kam bittren Blick s
mit schweren Schritten


Ein Mann wohnt im Haus
er wohnt auf einer Kiste
mit stummen Worten


er hütet das Land


er umschließt den Stein
seines getrübten Auges


weit offen die Tore zur Nacht




©  Hans B.
 

Noch zu benennen ist
wie der Strom das Ufer riss
wie der Stern fiel in den Mondsee
da
ein Wort
ein Mensch stand hoch
im Wort


noch zu benennen ist
das Rascheln der Lose
der Weckruf des Vogels
im Osten
der ist stumm
wie die Herren
heute


noch zu benennen ist
der Dorn der Rose




©  Hans B.
 

und abermals ward ein streit


nichts ist wissen
alles vermuten
begrenzung
die möglichkeit
der freiheit
auch nur
glaube
schlussfolgerung


in beweisnot
der mensch



©  Hans B.
 

Licht
     hinter den
Augen




Im Schlendergang
der Zeit
entrückt
Gedanken
verloren



im Anderland



Vom Spiegelbaum
ein Blatt
gepflückt
geschenkt
dem Toren





der wohl verstand





©  Hans B.
 

Gedanken




In der Veränderung
der Dinge
aus der Vergänglichkeit
an sich
erfährst du Leben
und Lebendigkeit
Zeit und Gott
und dich



In der Veränderung
der Welt
und deines Selbst
erfährst du dich
allein
von Tag zu Tag
von einer Ewigkeit
zur nächsten
von Sein zu Sein




©  Hans B.
 

Im Weltmeer
das Hungerschiff
nimmt Kurs
auf die Insel
der Gerechten







- sie schlafen

  noch





©  Hans B.
 

                                                                                                                       die ehemalige Volkspartei
                                                                                                                          direkt zu den Big News

Vogelfrei



das Wort



flüchtig
gewichtig
liegt es in deiner Hand
zu treffen
ein Kinderlachen
zu wecken
zu schüren
den Wind



Leih deine Stimme
der Zeit
deinem Mund
Atem zu finden
dem Menschen
nicht für die Kälte geboren



Flüchtig
gewichtig
liegt in deiner Hand
das Wort
Vogelfrei



Kein leichtes Spiel





©    Hans B.
 

und kommt
der eine tag
schon kenne ich
das losungswort
im schattenschloss
hinter der zeit
werde ich sein
mit dir
bei den wahrern
die antwort
zu speisen


auf goldenen Füssen
schreiten wir
durchs tor
wissend



jetzt ist der tag




©  Hans B.
 

Sprechen

ist Wahrheit sagen
ist Wahrheit ertragen
ist hören
ist zuhören
ist fühlen
ist mitfühlen
ist streiten
ist befrieden
ist schweigen
ist lösen
ist fesseln
ist aufbrechen
ist zusammenfügen
ist auseinandersetzen
ist verzaubern
ist entzaubern
ist respektieren
ist wertschätzen
ist fordern
ist geben
ist hoffen
ist begrenzend
ist befreiend
ist befriedigend
ist lustvoll
ist zärtlich
ist lieben


Sprechen
ist mehr als reden
oder sagen





©  Hans B.
 

Der letzte Kaiser
trat heraus
und kündete dem Volk
"Ich trete ab
 von nun an sei
 das Land mit seinen Schätzen
 euer eigen..."



Dem Volke gab er keinen Rat



So schürften sie nach Gold
pflügten Äcker
sie gruben und sie wendeten
sie stritten und sie strebten
sie neideten und sie litten
und sehnten sich
nach ihrem milden Herrscher



Dieser jedoch
saß still an einer Quelle
und grub die Hand ins Moos



©  Hans B.
 

Selbstfindung




An den Hängen des Kilimanjaros
sah ich Dein Gesicht
im heiligen Ganges
hast Du gebadet
Du zogst mit den Nomaden
vor dem Schneekegel des Ararat
in einem der Zelte der Wüste Lut
breitest Du einen erdfarbenen
herrlich geknüpften Teppich aus
Du durchwandertest das abendlich uralte
Ras-Ko-Gebirge Belutschistans
Du bereitetest ein Mahl
am Feuer einer tibetanischen Hütte
in einem Tal des Himalaja
Die warst die Tänzerin von Akra
süßes Lied
versteinert in den Reliefs Khajuraos
wurdest erweckt in einem Bergtempel Formosas
nach tausendjährigem Schlaf
gingst dann nach Oluanpi
gelegen im Schnittpunkt dreier Meere
im Wind
hobst Du die Hände
zum Gruß


immer schon wusstest Du
um die Heimkehr in der Fremde





©  Hans B.
 

Dunkler Gott der Erde
janusköpfig
Schmerz und Lust gebärend

Die Rosse fliehen über die Ebene
Die Berge ragen
Die Höhlen raunen
Die Ströme wandern
Die Wüsten brennen
wie mein Herz

Nackt liege ich
Körper an Körper
von Haaren umarmt
von Gischt und Welle
liebkost von Regen und Wind
umschlungen von Tanz und Traum und Tod

Herz
dunkler Stern in meiner Brust
Du kehrst heim.....




©  Hans B.
 

In einem unbekannten Land
wurd ich einst geboren
Erde
hat man es genannt
und Land der tausend Toren
Ich wuchs
und wurde dann zum Mann
bis mir Grab
bescheret war
nur damals
als ich Dich gewann
fühlt  ich
dass es auch wert war
in diesem
fremden Land zu Sein
den fremden Weg zu gehen
Mein Land
ist das Land
jenseits
der Hände
aller Tat
es ist das Land
bar
jeglicher Regung
jeglicher Hand





©  Hans B.
 

Die Sternenwiege
überschattet von meergrünen Augen
beladen mit der Dunkelheit
wunderbaren Werdens

Schlafend
treibe ich
der Nacht entgegen
ihren Wundern
ihren Tränen

Lade mich ein
Abend
Lade mich ein
Nacht

Breite deine Schwingen
decke die Erde mit Samt
Nimm mich mit
im dunklen Azur
führe mich
zum Bab-el-Mandeb

Dort will ich
auf den letzten Sklaven warten
seine Ketten brechen
seine Tränen
sind auch die meinen





©  Hans B.
 

Sein
ist nicht zu rechtfertigen
nicht zu beweisen
Sein ist



mehr nicht

Und was Du nicht weißt
ist das Einzige
was Du weißt

und was Du besitzt
ist das Einzige
was Du
nicht besitzt

UndwoDubististwoDunichtbist




©  Hans B.
 

Es ist ohne Ausnahme verboten Lyrik aus dieser Website ohne Genehmigung in anderen Websites oder Blogs zu veröffentlichen. Bei Zuwiderhandlung erfolgt sofortige juristische Strafverfolgung durch eine Urheberrechtsklage

°