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Sonderseite Mark Dutroux

      Korruption und offene Vetternwirtschaft, seperatischtischer Patrioten- zank zwischen Flamen und Wallonen, erstaunlich erschreckende Leichferttigkeit im privaten Waffenhandel und zahllose Staatsaffären können schon lange niemanden mehr in Belgien beeindrucken oder verblüffen, aber Mark Dutroux war selbst für belgische Verhältnisse ungewöhnlich

       

      Kein Verbrechen, nicht die Mafia, Cosa Nostra oder Camorrha, nicht die chinesischen Triaden und auch nicht die weltweit operierenden islamischen Faschisten / Terroristen haben der Menschheit so deutlich die Vernetzung und Verflechtung von brutalster Kriminalität, Machtmissbrauch und menschlicher Verachtung durch Menschenhandel derart vor Augen geführt wie

      Mark Dutroux              

      Es wird wohl nie mehr endgültig geklärt werden ob es real tatsächlich eine direkte Kumpanei und kriminelle Verschwörung zwischen belgi- scher / europäischer Justiz, einigen führenden Wirtschaftsmanagern, Politikern und “Prominenten” zu diesem Massenmörder gegeben hat.   In einer beispiellosen Allianz aus Ignoranz und Inkomeptenz gemein- sam mit krimineller Energie wurde hier aber der Menschheit vor Augen geführt, dass es erkennbare und klare Verbindungen und Berührungs- punkte, aber auch Unterstützung und Beihilfe zwischen der regierenden und ausführenden Machtelite in unseren leider oftmals pseudo-demo- kratischen Staaten und Völkern und der Liga der weitverzweigten Inter- nationalen Kinderficker gibt, dass Mark Dutroux mehr als die sogenann- te Spitze eines lebensbedrohenden Eisberges ist, ein Beispiel für die Gefahr, die hinter solchen Verbrechen lauert, die einmal mehr belegt, wie wichtig es ist, die Täter und ihre unbekannten Hintermänner / Unter- stützer / Mittäter mit erbarmungsloser Intensität zu verfolgen und mit lebenslangem Wegsperren aus der menschlichen Gesellschaft auszu- schließen  - oder ihnen gleich das Lebensrecht zu entziehen

      Der Name Mark Dutroux wird ab sofort unauslöschlich für die Seilschaf- ten und das Komplizentum aus international agierenden Kinderfickern und den Machtzentralen aus Wirtschaft und Politik stehen, aber ebenso für die Verlogenheit und Heuchelei im weitgehend katholischen Belgi- en, als Musterland des antiquierten, erzkonservativen Katholizismus.

      siehe vorab folgende Info-Videos                                                                     Der Fall Dutroux Teil 1- 5                                                               http://www.youtube.com/watch?v=JwcjC1R20t8       Teil 1        http://www.youtube.com/watch?v=i-wIQiaAVYU       Teil 2          http://www.youtube.com/watch?v=UyLpYX2MV_Y   Teil 3        http://www.youtube.com/watch?v=Vhj5yHPHvQg     Teil 4          http://www.youtube.com/watch?v=7TwwHY4jbuo     Teil 5         

      Die toten Zeugen im Fall Mark Dutroux  Teil 1-3                            http://www.youtube.com/watch?v=XKn2fRWMobg Teil 1         http://www.youtube.com/watch?v=_ZndIL3Clr8       Teil 2             http://www.youtube.com/watch?v=tgOrDmJbT_c     Teil 3                       

      http://www.reportagen-archiv.com/2009/05/29/marc-dutroux-und-die-toten-zeugen/                          

       

      "Bestellt, gezahlt, Ware erhalten"

      Acht Jahre nach den schlimmsten Verbrechen in der belgischen Kriminalgeschich- te suchen die Eltern der Opfer noch immer nach der Wahrheit. Nach einer Serie von Ermittlungspannen setzen sie nicht mehr auf die Polizei, sondern auf den mutmaß- lichen Mörder ihrer Kinder: Marc Dutroux, der in zwei Wochen vor Gericht aussa- gen könnte.                                                                                                                                       

      Am 15. August 1996 befreien Polizeibeamte zwei junge Mädchen aus einem Keller- verlies. Die 14-jährige Laetitia und die zwölfjährige Sabine waren wie Tiere gefan- gen gehalten und mehrfach sexuell missbraucht worden. Verantwortlich für die Grausamkeiten ist der damals 39 Jahre alte Marc Dutroux. Er hatte die beiden Mäd- chen von der Straße weg entführt und vergewaltigt - immer wieder. Nach seiner Verhaftung werden Details der beispiellosen Verbrechensserie bekannt. Im Keller seines Hauses hatte der arbeitslose Elektriker eine ehemalige Wasserzisterne zu einem Verlies umgebaut. 2,15 Meter lang, nicht einmal einen Meter breit und 1,64 Meter hoch war die Zelle, in der er seine Opfer bis zu 100 Tage gefangen hielt.

      Polizeifotos der Kammer zeigen Antibabypillen auf dem kleinen Tisch, einen Fern- seher, auf der Matratze ein zerknittertes Laken. Nach den Vergewaltigungen soll Dutroux seinen Opfern Schokolade gegeben haben, manchmal steckte er ihnen auch ein paar Geldscheine zu.                                                                                                    Am Tag ihrer Befreiung glaubt die damals 14 Jahre alte Laetitia, nun sei ihr Ende gekommen. Zitternd versteckte sie sich unter einer Decke. "Ich hörte laute Stimmen und dachte: 'Jetzt kommen sie und bringen uns um'", sagte sie in einem Interview drei Jahre nach ihrer Rettung. Laetitia und Sabine waren die einzigen, die lebend davonkamen. Mélissa und Julie (beide acht Jahre) hingegen starben einen qualvol- len Tod, ebenso wie die 19-jährige Eefje und die 17-jährige An. Zwei Wochen nach seiner Festnahme führte Dutroux die Fahnder zu den verwesten Leichen der vier Mädchen. Er hatte die Körper in verschiedenen Gärten verbuddelt. Untersuchungsrichter Jean-Marc Connerotte und Staatsanwalt Michel Bourlet stehen an den Gruben und weinen.

      An wog zum Zeitpunkt ihres Todes nur noch 30 Kilo. Wie sie wirklich gestorben ist, wissen ihre Verwandten bis heute noch nicht. "Bei An kann es sehr gut sein, dass sie bei lebendigem Leib vergraben wurde", sagt Ans Vater, Paul Marchal, gegenü- ber SPIEGEL TV. Auch Jean Lambrecks versteht nicht, warum seine Tochter Eefje sterben musste: "Jedes Mal, wenn ich diesen Mann sehe, frage ich mich, wie er das nur tun konnte. Ob er begreift, was er angerichtet hat und was er uns und den anderen Familien für Schmerzen zugefügt hat."

      Immer neue Pannen und Schludrigkeiten

      Die Akte Dutroux ist zwar inzwischen 400.000 Seiten stark, doch Anwälte und Hinterbliebene meinen noch immer, der Wahrheit keinen Schritt näher gekommen zu sein. Im Gegenteil: Sie vermuten, dass die immer neuen Pannen und Schludrig- keiten System haben. "Wir haben den Eindruck, dass man der Sache nicht auf den Grund gehen wollte, um Strukturen und Personen, die sich dahinter verbergen, nicht offen zu legen", sagt Jean Denis Lejeune, Vater der kleinen Julie. "Das ist das einzige, was man für meine Tochter noch tun kann - ihr eine letzte Ehre zu erwei- sen, indem man nach der Wahrheit sucht", erklärt Ans Vater.

        Chefankläger Michel Bourlet

      Auch Jan Fermon, Anwalt der Nebenklage, kritisiert die schleppende Ermittlungsar- beit: "Mich stört, dass wir nach acht Jahren nicht mehr Antworten haben als nach einem Monat." So lag den Behörden bereits einen Monat nach der Entführung von Mélissa und Julie im Juli 1995 ein Bericht zu einem Verdächtigen vor. Der Name lautete Marc Dutroux, ein verurteilter Mädchen-Entführer und Vergewaltiger. In dem Bericht behauptet ein Informant, Dutroux habe ihm erzählt, wenn er Geld verdienen wolle, müsse er nur vor einer Schule junge Mädchen entführen. Dafür bekomme er 150.000 Francs. Im Übrigen richte er im Keller seines Hauses Zellen ein.

      Trotz dieser Aussage wird das Haus Dutrouxs erst Monate später durchsucht - ohne Ergebnis. Dem Ermittler fällt die neu eingezogene, frisch verputzte und strah- lend weiße Wand im Keller des ansonsten recht heruntergekommenen Hauses nicht weiter auf. Die Wand verdeckt das Horrorverlies, in dem Mélissa und Julie zu dieser Zeit eingesperrt gewesen sein müssen. Auch die Kinderschreie, die der Beamte hört, irritieren ihn nicht - auch wenn es 11 Uhr morgens ist und Kinder normalerweise in der Schule sitzen sollten.                                                                          Wenig später sind die beiden Mädchen tot. Verhungert. Der Obduktionsbericht ver- merkt, die Kinder seien an Hunger und Durst gestorben und mehrmals vergewaltigt worden. Dutroux selbst will am Tod der Mädchen nicht Schuld sein. Er habe wegen eines Autodiebstahls drei Monate in Haft gesessen und einem Komplizen gesagt, er solle sich um die Kinder kümmern. "Als ich freikam, habe ich sie fast verhungert angetroffen. Eine von ihnen lag schon im Sterben, die andere ist sozusagen in mei- nen Armen gestorben."

      "Sie haben ein bisschen gelacht"

      Zwei Monate nach der Entführung der beiden Achtjährigen verschleppt Marc Dutroux mit einem Komplizen An, 17, und Eefje, 19. Die beiden Freundinnen hatten in ihrem ersten Urlaub nach dem Abitur an einer Hypnoseshow in einem Kasino teilgenommen. Als An und Eefje nicht in die Ferienwohnung zurückkehren, mach- en sich ihre Freunde Sorgen. Das sei nicht ihre Art gewesen, erzählt Michael van Luijk. Die Polizei habe gemeint, die beiden seien sicher noch mit ein paar Jungs in eine Disco gegangen. "Sie haben gesagt, das sei kein Problem, und haben ein bisschen gelacht." Derweil bringt Dutroux seine Opfer in sein Haus in Charleroi, allerdings nicht in den Keller, denn dort liegen vermutlich noch Julie und Melissa. Stattdessen sperrt er die offenbar betäubten jungen Frauen in ein Zimmer im ersten Stock. Dort vergewaltigt er sie mehrfach. Fluchtversuche der Mädchen scheitern.

      Was hinter den Entführungen steckt, ist Fahndern und Eltern bislang ein Rätsel. Das liegt auch daran, dass Ermittlungen in bestimmten Kreisen unterbunden wur- den. Dutroux selbst behauptet, er sei nur Handlanger gewesen. "Er sagte, die Mäd- chen seien nicht nur für ihn allein da gewesen, sondern auch für andere", sagt der Journalist Thomas van Hemeldonck, der Dutroux im Januar 2002 im Gefängnis interviewte. Bereits im Jahr 2000 hatte der Kinderschänder in einem Brief an einen privaten Ermittler von Hintermännern berichtet. Er nannte den Namen Michel Nihoul, der Protektion "von ganz oben" genieße. Der Mann habe Kontakte zum Brüsseler Jetset, darunter viele Kunden einschlägiger Sado-Maso-Partys.

      Die Verbindung zwischen Nihoul und Marc Dutroux bestätigt eine Zeugin, Regina Louf, die von ihrer eigenen Großmutter an interessierte Kunden vermittelt worden war. Aus der Zeit, als sie an Sexpartys teilnehmen musste, kennt sie beide Männer. "Michel Nihoul bestellte bei Marc Dutroux Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren für einschlägige Pädophilenfeste", berichtet sie. Die Fahnder halten die Zeugin für glaubwürdig. Dank Regina Louf kommen die Ermittlungen zunächst rasch voran, werden dann aber plötzlich eingestellt: "Wir wurden von einem auf den anderen Tag abgesetzt, ohne Erklärung", erinnert sich der ehemalige Ermittler Rudy Hoskens. Ihm und seinen Kollegen habe man nur mitgeteilt, "dass einige Personen nicht mehr mit uns zusammenarbeiten wollen und dass wir die Dossiers nicht mehr weiter bearbeiten sollen". Auch Dutrouxs Verteidiger, Xavier Magnée, ist überzeugt davon, dass sein Mandant nicht alleine vorgegangen ist. Er habe hinter sich Personen gehabt, "die stärker waren, die gezahlt haben, die bestellt haben, die Ware erhalten haben und die entschieden haben", sagt Magnée.

      Die Schlampereien und Ungereimtheiten bei den Ermittlungen erschüttern das ganze Land. Das Misstrauen gegenüber der Obrigkeit wächst, und der Verdacht bleibt bei vielen Belgiern, dass die Reichen und Mächtigen protegiert werden, wäh- rend Staat, Justiz und Polizei den Normalbürger nicht schützen können. Im Okto- ber 1996 rufen Eltern vermisster Kinder zu einer Demonstration auf. 300.000 Men- schen nehmen an dem "Weißen Marsch" nach Brüssel teil - die größte Kundge- bung, die es in Belgien je gegeben hat.                                                                                  Im April 1998 erreicht der Dutroux-Skandal einen weiteren Höhepunkt. Der Gefan- gene entreißt einem seiner Bewacher die Dienstwaffe und entkommt aus einem Gerichtsgebäude in Neufchâteau. Das belgische Parlament unterbricht sofort seine Sitzung, die Polizei löst Großalarm aus: Tausende Beamte sind im Einsatz, Dutzen- de Hubschrauber kreisen am Himmel. Nach dreieinhalb Stunden Flucht stöbern Spürhunde den Kinderschänder in einem Waldstück auf. Er lässt sich widerstands- los festnehmen. Einem Gendarmen sagte Dutroux, er sei glücklich, wenn er das Chaos sehe, in das er Belgien gestürzt habe. Wenig später treten Innenminister Johan Vande Lanotte, Justizminister Stefaan de Clerck und Polizeichef Willy Deridder von ihren Ämtern zurück.

      Die Eltern der Opfer fordern nach all den Jahren endlich Klarheit. Nachdem die Ermittlungen keine Aufklärung gebracht haben, hoffen sie nun, dass Dutroux in dem Prozess, der am 1. März im belgischen Arlon beginnt, sein Schweigen bricht. Neben Dutroux sind drei Komplizen angeklagt, darunter seine Frau Michelle.           siehe  http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,286636,00.html                                 http://www.derwesten.de/nachrichten/wp/2009/1/23/news-107433320/detail.html       http://www.rp-online.de/public/article/panorama/ausland/75270/TV-Kinderschaender-Marc-Dutroux-i m-Hungerstreik.html                                                                                                                           http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/delta/63227/index.html          

       

      Kindermörder: Marc Dutroux döst bei Prozess

      Arlon im Ausnahmezustand: Am Montag rückte das beschauliche Städtchen in den Ardennen in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Nach acht Jahren zermürbender Ermittlungen begann der lang erwartete Prozess gegen Belgiens Staatsfeind Num- mer eins.Der Kinderschänder Marc Dutroux muss sich vor einem Schwurgericht wegen dreifachen Mordes sowie Geiselnahme und Vergewaltigung von sechs Mädchen verantworten. Der Vater der ermordeten An, Paul Marchal, äußerte bei seinem Eintreffen am Justizgebäude die Hoffnung, dass der Prozess "ein bisschen mehr Wahrheit ans Licht bringen wird". Marchal war mit seiner Frau Betty bereits am Sonntagabend in Arlon eingetroffen und vor seinem Hotel "Ecu de Bourgogne" am Place Leoplod von zahlreichen Kamerateams erwartet worden. Angesichts des Medienandrangs zogen es die beiden dann aber vor, sich in einer von den Behörden bereitgestellten Kaserne einzuquartieren. Auch die Eltern der ermordeten Eefje Lambrecks machten sich aus Hasselt in Flandern auf, um den Prozess zu beobachten.                                                                                                             siehe  http://www.focus.de/politik/diverses/kindermoerder_aid_80142.html                                    

       

      "Dutroux ist ein Monster"

      Im belgischen Arlon beginnen in dieser Woche die Plädoyers im Prozess gegen den Kinderschänder Marc Dutroux. Die Anwälte der Nebenklage forderten eine schwere Bestrafung des Angeklagten. Im Mädchenmordprozess steht die Schuld des Kinderschänders Marc Dutroux nach Auffassung mehrerer Nebenkläger fest. In den ersten Plädoyers nach zwölf Wochen Beweisaufnahme forderten die Anwäl- te am Montag in Arlon eine schwere Bestrafung des Hauptangeklagten. "Dutroux ist ein Monster. Wie viele Leben hat er in seinem unnützen und verfluchten Leben zerstört", sagte Rechtsanwalt Joris Vercraeye. Er vertritt den Vater von Eefje Lam- brecks, die 1995 als 19-Jährige entführt und ermordet wurde.

      Dutroux und seine Helfer verdienten die höchste Strafe, sagte Vercraeye. Der Jurist sprach von einem "teuflischen Trio", dem neben Dutroux dessen Ex-Frau Michelle Martin und der Komplize Michel Lelièvre angehörten. Alle drei hätten große Gräuel- taten begangen, bereuten diese aber nicht: "Ich habe nicht eine Träne gesehen im Glaskasten der Angeklagten", sagte Vercraeye. Dutroux blickte während des Plädoyers starr auf ein Blatt Papier.

      "Viele Komplizen wurden nie verfolgt"

      Rechtsanwalt Paul Quirynen, der eine andere Familie vertritt, forderte Schuldsprü- che gegen Dutroux und alle drei Mitangeklagten in sämtlichen Punkten der Ankla- ge. Er bezeichnete den Mitangeklagten Michel Nihoul als verdächtigen Verbin- dungsmann. Quirynen bedauerte zugleich, dass "viele Komplizen in diesem Fall nie verfolgt worden sind". Es sei zu einfach, Dutroux als perversen Einzeltäter zu bezeichnen, sagte der Anwalt der Nebenklage.                                                                   "Das diabolische Ritual ihres Ehemanns hat ihnen Vergnügen bereitet", sagte Quirynen an die Adresse von Michelle Martin. An den Mitangeklagten Nihoul gewandt erklärte der Anwalt: "Ihre Hände sind schmutzig und bleiben es bis ans Ende ihres Lebens." Anders als Quirynen erklärte der Vertreter von Eefjes Vater jedoch, sein Mandant Jean Lambrecks sei von der Schuld Nihouls nicht überzeugt. siehe  http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-dutroux-ist-ein-monster-524442.html             http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,302294,00.html                                                     http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-30220122.html                                                                          

       

      Welche Rolle spielten Dutroux' Komplizen?

      An der Schuld von Marc Dutroux zweifelt niemand mehr. Daher rücken jetzt die vermeintlichen Komplizen in den Vordergrund der Plädoyers der Opfer-Anwälte. Gibt es Verbindungen zu einem Kinderschänder-Netzwerk? Die ersten Plädoyers im Mädchenmordprozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux haben zwei vermeintliche Nebenfiguren in den Mittelpunkt gerückt: seine frühere Frau und einen Bekannten. Die Anwälte der Opfer und ihrer Familien rollten zwar auch die Taten des Hauptangeklagten Dutroux ausführlich auf, doch kaum jemand zweifelt noch an der Schuld des 47-Jährigen. So konzentrieren sich Öffentlichkeit und Laienrichter zunehmend auf die Frage, welche Rolle Dutrouxs mitangeklagte Ex-Frau Michelle Martin und der mehrfach vorbestrafte Betrüger Michel Nihoul bei den Kindesentführungen gespielt haben.

      Nihoul gilt als möglicher Verbindungsmann zu einem Netzwerk von Pädophilen, für das Dutroux nach Überzeugung mancher gearbeitet haben soll. Zeugen sagten dem Schwurgericht in Arlon, sie hätten den früheren Nachtclub-Betreiber kurz vor der Entführung des letzten Dutroux-Opfers am Tatort gesehen. "Gegen Michel Nihoul gibt es keinen harten Beweis, dass er an der Entführung von Laetitia Delhez beteiligt war", bemerkte die Zeitung "De Standaard". Aber Delhezs Anwälte zählten am Dienstag und Mittwoch eine lange Reihe von Indizien auf, die auf die Beteili- gung Nihouls deuten.

      Nach der Tat 1000 Pillen Ecstasy überreicht

      33 Mal telefonierten Dutroux und Nihoul rund um den Tag der Entführung miteinan- der. Delhezs Anwälte bezweifeln, dass es dabei - wie von Nihoul behauptet - um die Reparatur seines Autos ging. Aus welchem Grund hätte Dutroux die Gespräche dann außer Hörweite seiner Frau geführt, wie diese in ihren ersten Aussagen erklärte? Warum sei der Wagen letztlich nie in Stand gesetzt worden? Und weshalb habe Nihoul dem drogensüchtigen Mitangeklagten Michel Lelièvre am Tag nach der Tat 1000 Pillen Ecstasy überreicht? "Das war die Bezahlung für die Entführung von Laetitia", glaubt Anwalt Georges-Henri Beauthier.

      Für einen Schuldspruch - das Urteil wird Mitte Juni erwartet - reicht die innere Über- zeugung der zwölf Geschworenen. Und die Mitglieder der Volksjury machten sich eifrig Notizen zu den Ausführungen der Delhez-Anwälte, wie ein Reporter der Zei- tung "De Morgen" bemerkte. Eifriger jedenfalls als während der Plädoyers anderer Nebenklagevertreter, die Nihoul für unschuldig halten. Auch Dutrouxs Anwalt Xavier Magnée hält Nihouls Beteiligung nicht für erwiesen: "Aber Lügen, falsche Alibis... damit hat noch nie jemand etwas gewonnen bei einer Jury", sagte Magnée zu Journalisten.

      Ängstliches Werkzeug oder aktive Täterin?

      Bleibt die Frage nach der Schuld Michelle Martins, die sich stets als ängstliches Werkzeug ihres gewalttätigen Ex-Mannes Dutroux dargestellt hat. Die Anwälte der Opfer und Familien zeichneten in dieser Woche ein anderes Bild der 44-Jährigen. Schon in den 80er Jahren habe Martin ihrem Mann bei der Entführung und Verge- waltigung junger Mädchen aktiv geholfen - wofür beide anschließend ins Gefäng- nis kamen. Als Dutroux Mitte der 90er Jahre wieder Mädchen entführte und ein- sperrte, habe sie nichts dagegen unternommen - auch nicht, als ihr Mann im Winter 1995/96 in Haft saß und zwei Achtjährige in seinem Keller verdursteten.

      Vier der sechs entführten Mädchen kamen qualvoll um. Ein Anwalt, der die Eltern der ermordeten 17-jährigen An Marchal vertritt, sagte Martin in dieser 13. Prozess- woche mitten ins Gesicht: "Das diabolische Ritual ihres Ehemanns hat ihnen Ver- gnügen bereitet!" Die Angeklagten folgten den Plädoyers der Opferanwälte schwei- gend. Dutroux schaute nicht einmal auf, als ein Anwalt ihn mehrfach mit Namen ansprach: Er starrte ausdruckslos auf ein Blatt Papier.                                                    siehe                                                                                                                                                  http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-welche-rolle-spielten-dutroux-komplizen-524593.ht ml                                                                                                                       http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-sie-war-ihm-hoerig-524294.html     http://www.sueddeutsche.de/panorama/470/319342/text/                                                                  

       

      Ein Zucken im Gesicht

      René Michaux ist jener Polizist, der das Haus Dutrouxs mehrmals durchsuchte. Trotz eindeutiger Hinweise und der Hilferufe fand er das Kellerverlies der entführ- ten Mädchen nicht. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mädchenmörder Marc Dutroux hat der früher mit den Ermittlungen betraute Polizist erneut jegliche Ver- antwortung für eventuelle Versäumnisse von sich gewiesen. "Es ist eine Verket- tung von Umständen", sagte der ehemalige Oberwachtmeister René Michaux am Dienstag nach einer Anhörung vor dem Schwurgericht im belgischen Arlon. Eigentlich verantwortlich sei die Politik. "Nicht wir machen die Gesetze." Der Poli- zist hatte mehrfach das Haus von Dutroux durchsucht, aber nicht das getarnte Kellerverlies entdeckt, wo zu dieser Zeit vermutlich die entführten Mädchen Julie und Melissa gefangen gehalten wurden. Der Fahnder hatte einmal auch Geflüster gehört, die Stimmen aber spielenden Kindern in der Nachbarschaft zugeordnet. Bei einer weiteren Durchsuchung mit Spezialisten und einem Spürhund im August 1996, als Dutroux schon in Haft saß, wurde keine Spur von der kurz zuvor entführten Laetitia entdeckt. Dutroux selbst hatte später die Polizei zu dem Kerker geführt.                                                                                                                                             siehe  http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-ein-zucken-im-gesicht-524297.html

       

      Es bleibt ein Gefühl der Ohnmacht

      Im Dutroux-Prozess tut sich das Gericht mit der Wahrheitsfindung schwer. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Angeklagte für ein Netzwerk von Kinderschän- dern seine Verbrechen beging oder als Einzeltäter handelte. In einem Punkt ist Marc Dutroux, der vorbestrafte Vergewaltiger und mutmaßliche Mädchenmörder, sich mit den meisten Belgiern einig: Hinter der Entführung sechs junger Mädchen Mitte der 90er Jahre steht nach ihrer Überzeugung ein Netzwerk von Kinderschän- dern. 68 Prozent der Belgier glauben, dass Dutroux deshalb Schutz genießt. Der Hauptangeklagte schürt diese These, denn sie passt hervorragend in seine Vertei- digungsstrategie vor dem Schwurgericht von Arlon. Doch seine Richter sind in der vierten Prozesswoche noch weit von entsprechenden Erkenntnissen entfernt. Die Wahrheitsfindung gestaltet sich zunehmend schwierig. "Ich habe den Eindruck, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr", seufzte am Dienstag Anwalt Paul Quirynen, der die Eltern eines entführten und ermordeten Mädchens vertritt. Stundenlang hatten sich Anwälte, Angehörige der Opfer und Geschworene zuvor angehört, was die Fahnder zu sichergestellten Autos und Pornofilmen von Dutroux und dem Mitangeklagten Michel Nihoul zu sagen hatten.

      Vieles bleibt im Dunkeln

      Erneut erläuterte Cheffahnder Michel Demoulin auch die Ausstattung des Keller- verstecks, in dem Dutroux seine Opfer gefangen hielt. Über die Leuchtkraft der dort installierten Lampen sind die Geschworenen nun informiert, aber vieles blieb den- noch im Dunkeln: So rätseln die Richter weiter darüber, ob die beiden Achtjährigen Julie und Mélissa während einer 105 Tage dauernden Haftzeit ihres Peinigers im Winter 1995/96 elend verdursten mussten.                                                                             Dutroux selbst hat zum Schicksal der beiden Kinder völlig unterschiedliche Anga- ben gemacht. Er beruft sich darauf, dass ein Angeklagter nach belgischem Gesetz das Recht zur Lüge hat. So blieb auch am Dienstag ein Gefühl der Ohnmacht, als eine Geschworene von den Fahndern wissen wollte, ob die gefangenen Achtjäh- rigen denn aus eigener Kraft eine Konservendose hätten öffnen können. Polizist Demoulin zuckte mit den Schultern. Und so hatte Dutroux das letzte Wort: "Sie konnten Konservendosen ohne Probleme öffnen."                                                            siehe                                                                                                                                                  http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-es-bleibt-ein-gefuehl-der-ohnmacht-521882.html       http://www.welt.de/print-welt/article319632/Die_Gespinste_des_Marc_Dutroux.html                        

       

      Schuldspruch: Dutroux als dreifacher Mörder verurteilt

    • der Richter Stephane Goux
    • Die Geschworenen haben Marc Dutroux des Mordes an zwei Mädchen und seinem Komplizen schuldig gesprochen. Dem Belgier droht nun eine lebenslange Frei- heitsstrafe. Marc Dutroux wird wohl den Rest seines Lebens hinter Gittern verbrin- gen. Alle wesentlichen Anklagepunkte im belgischen Mädchenmordprozess quittierte die Vorsitzende der Geschworenen am Donnerstag mit fester Stimme: "Die Antwort ist Ja." Mit diesem klaren Schuldspruch droht dem Entführer, Verge- waltiger und Mörder im späteren Urteil zum Strafmaß lebenslängliche Haft - und kein belgischer Politiker wird es je wagen, womöglich eine Urkunde zur vorzeitigen Entlassung Dutrouxs zu unterschreiben.

      Hart fiel auch der Juryspruch zur Tatbeteiligung von Dutrouxs Ex-Frau Michelle Martin aus. Die 44-Jährige, die sich stets als willenlose Helferin ihres Mannes dar- gestellt hatte, muss mit 30 Jahren Gefängnis rechnen, wenn voraussichtlich kommende Woche über die Höhe der Strafe entschieden wird. Den Komplizen Michel Lelièvre sprachen die Geschworenen am Donnerstag im südbelgischen Arlon ebenfalls in allen entscheidenden Punkten der Anklage schuldig.

      Überraschender Schuldspruch für Michel Nihoul

      Für viele überraschend kam der Schuldspruch für den vierten Angeklagten im Dutroux-Prozess, den vorbestraften Betrüger Michel Nihoul. Zwar waren nur sieben von zwölf Jury-Mitgliedern der Meinung, der 63-Jährige sei an der Entfüh- rung des letzten Dutroux-Opfers Laetitia Delhez beteiligt gewesen. Hier musste die Stimme der Berufsrichter den letzten Ausschlag geben. Eindeutig fiel jedoch das Urteil der Geschworenen zu der Frage aus, ob Nihoul als Bandenchef mit Drogen und Menschen handelte: "Die Antwort ist Ja."                                                                     Auch auf diese Straftat stehen mehr als zehn Jahre Haft. Und das Argument der Nihoul-Verteidiger, ihr Mandant habe nur als Tippgeber der Polizei gehandelt, ließen die Laienrichter nicht gelten. Damit ist die Jury den Vermutungen vieler Belgier gefolgt, die Nihoul als Verbindungsmann der Mädchenentführer zu einem Kinderschänder-Netzwerk sehen. Nun bleibt abzuwarten, ob Nihoul eine Wieder- aufnahme des Verfahrens wegen möglicher Formfehler versuchen wird. Eine Beru- fung gegen das Urteil der Volksjury ist nicht möglich.

      Für die Geschworenen reichte die "innere Überzeugung" von der Tatbeteiligung der Angeklagten, um diese zu verurteilen. In einigen Anklagepunkten mit eher dünner Beweislage hätten Berufsrichter möglicherweise im Zweifel für die Ange- klagten entschieden. Doch sicherlich hatten die Aussagen der beiden überleben- den Mädchen Sabine Dardenne und Laetita Delhez sowie der Ortstermin im Dutroux-Haus von Charleroi einen tiefen Eindruck bei den Geschworenen hinter- lassen.

      Abstieg in die Hölle

      Teilnehmer schilderten den Besuch in dem winzigen Kerker als Abstieg in die Hölle: 80 Tage war die damals zwölfjährige Sabine Dardenne in einem kaum zwei Quadratmeter kleinen Kellerloch eingesperrt, wo zuvor die beiden Dutroux-Opfer Julie und Mélissa elend verdursteten. Dardennes Bericht von ihrer Leidenszeit geriet zu einem der bewegendsten Momente des dreieinhalb Monate dauernden Verfahrens vor dem Schwurgericht von Arlon.                                                                    Bei der Urteilsverkündung am Donnerstag waren auch Sabine Dardenne und Laetita Delhez wieder im Saal. Und sie verließen ihre Plätze nicht wie manchmal während der Verhandlung, als Dutroux und dessen Anwälte das Wort ergriffen. Betty Marchal, die Mutter eines ermordeten Opfers, kam ebenfalls. Sie habe schlecht geschlafen, erzählte sie Reportern vor der Urteilsverkündung: "Aber ich bin froh, dass es mit dem Urteil heute vorbei ist."                                                                siehe                                                                                                                                                  http://www.stern.de/panorama/schuldspruch-dutroux-als-dreifacher-moerder-verurteilt-525513.html   http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-schlussworte-der-angeklagten-525211.html             http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E0E4907A4E416422D8A032D76 BE6AA235~ATpl~Ecommon~Scontent.html                                                                                         http://www.zeit.de/2004/26/urteil_Dutroux                                                                                           http://www.rp-online.de/public/article/panorama/ausland/51274/Nach-acht-Jahren-Genugtuung-fuer- ganz-Belgien.html                                                                                                                              

       

      "Weit von der Wahrheit entfernt"

      In seinem Abschlussplädoyer hat der Verteidiger von Marc Dutroux die Auffassung vertreten, hinter den Taten stehe ein Pädophilen-Neztwerk. Er verwies auf zahlrei- che Ungereimtheiten bei der Untersuchung des Falles.                                                   siehe                                                                                                                                                  http://www.stern.de/panorama/dutroux-prozess-weit-von-der-wahrheit-entfernt-524799.html         und einige weitere Nebenartikel des Stern in der gleichen Ausgabe                                             

       

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