|
Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie. Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen. Ich bin doch nicht blöd. Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie. Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen. Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge. Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören. Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf. Iss ja auch kein Wunder......
Also ich bin ja so´n Hingucker ... Nein, nein, nicht was Sie meinen. Ich bin keiner, bei dem die Frauen feuchte Augen kriegen, ein schöner Mann bin ich nun wirklich nicht, so ein Hingucker bin ich nicht. Ich bin nur einer, der gerne und genau hinschaut, auf alles, auf alles, was so um mich herum passiert, und ich seh mir die Dinge gern genau an. Ich hab auch kein Problem mir schöne Frauen auf der Straße anzusehen, auch weniger schöne. Kein Problem für mich. Im Laufe meines Lebens ist mir nichts menschliches fremd geblieben. Ich kann mir so ziemlich alles vorstellen, und ich erwarte von Menschen selten Gutes, und bislang wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Ich mag schöne Dinge und Menschen und oft entspricht das nicht immer den aktuellen gesell- schaftlichen Vorstellungen. Ich finde zum Beispiel viele alte Menschen unglaublich vielsagend schön, nicht alle, manche gar nicht, aber einige schon. Diese hippen Ken- und Barbipuppen- verschnitte sind dagegen meistens ziemliche Plasticpeople und von abstoßender Hässlichkeit, obwohl von außen perfekt gestylt.
Was sich da alles selbst als schön empfindet und darstellt, kann einem die Haare ausfallen lassen. Aber muss man alles wirklich schön finden?
Was ich oft richtig geil finde, sind diese ganz jungen Frauen mit dem bauchfreien Top oder Shirt, den knappen Jeans und diesem frechen Selbstverständnis. Das sieht so richtig geil aus, junge und selbstbewusste Frauen, die ihren Weg gehen, - wie aus einem Titelbild der Brigitte, - Sie wissen schon, diese Frauenzeitschrift mit Modetipps, Kosmetik- und Kochrezepten. Nur gibt’s diese vorzeigbaren jungen Frauen nicht, außer in den Werbespots in den Videos der Musikindustrie.
Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Im Fernsehen, in den verschiedenen Unterhaltungssendungen sieht das immer wirklich Klasse aus, als gäbe es da gar kein Problem weit und breit. Aber in der Realität, im wahren Leben, da ist das oft alles andere als wirklich schön.
Aha, ich merke schon, dass Sie ahnen woran ich denke. Für die Masse der Ahnungslosen in diesem Land werde ich es trotzdem mal etwas genauer erklären. Ich gehe da zum Beispiel ganz unbedarft über eine unserer typischen Geschäftsstraßen am Rande der Fußgängerzone, es ist nicht Hochsommer, aber auch nicht kalt, angenehmes Misch- maschwetter. Da kommt mir etwas entgegen, was da laut gesellschaftlichem Grundkonsens, und nicht zuletzt wegen der Gemeindeordnung, nichts zu suchen hat, aber eindeutig weiblich. Ich meine, mich würde es nicht sonderlich stören, aber ich kann durchaus akzeptieren, dass die individuelle Freiheit des Gewerbetreibens da aufhört, wo die Freiheit des Einzelnen wegen der letzten horizontalen Geschäftsbeziehung peinlich berührt wird. Und da ändert es auch nichts, wenn diese Geschäftsbeziehung in aller Eile in einem Hauseingang abgewickelt wurde. Eine junge Frau mit grell auffallendem Make-up kommt mir da schlendernd entgegen, mit knallrotem Gloss-Lippenstift, hochhackigen Stockings und einem Ausschnitt mit Blick auf wippende Brüste im ebenso roten, wie transparenten Top, das mir das lustvolle Angebot markt- schreierisch ins Auge schleudert. Und natürlich bauchnabelfrei, wie zig-tausend andere junge, modebewusste Frauen auch. Bevor ich aber noch dazu komme mich zu wundern, erkenne ich schon im Näherkommen, dass ich die Ausgangslage völlig falsch eingeschätzt habe. Das ist kein Sonderangebot aus dem Sex- gewerbe, sondern eine dieser zahllosen Teenie-Gören im provokant billig teuren Nutten-Outfit.
Haben Sie das auch schon mal gesehen? Ich wette, denn diese provokant angezogenen Gören begegnen einem schließlich auf Schritt und Tritt. Ich meine, ich finde es ja spannend und interessant, wenn sich junge Frauen sexy anziehen, ohne dass mir gleich wie anderen Männern sabbernd die Zunge aus dem Hals hängt. Es ist doch schön, wenn man einer gut aussehenden Frau auf der Straße begegnet und ihr lächelnd nach- schaut. Ich sagte nachschaut, nicht nachpfeifen, - ich bin doch kein tumber Proll. Aber der eigentliche Punkt ist, das sind gar keine junge Frauen, sondern Kinder, bestenfalls Teenies, junge Gören zwischen 12 und 17 Jahren. Ich bin nicht prüde, aber muss ich so etwas schön finden, wenn sich Kinder, und das sind sie ohne jeden Zweifel, aus purem Zeitgeist und weil es zur Zeit „in“ ist, weil sie ihren angehimmel- ten, verehrten weiblichen Pop-Stars so ähnlich wie möglich sein wollen, weil sie am liebsten selbst Pop-Stars wären, - und das immer geistloser werdende Fernsehen der Gegenwart bietet da ja jede Menge Möglichkeiten, - aber das ist ein anderes Thema zu einem anderen Zeitpunkt – dass sie sich selbst um ihre Kindheit betrügen und auf erwachsen machen, auf so erwachsen wie eine professionelle Bordsteinschwalbe auf Kundensuche?
Muss ich so was schön finden, und ist es wirklich süß und sexy? Denn hier sind wir jetzt ganz dicht am Problem, auf das ich eigentlich hinaus will. Ich rede hier nicht davon, dass diese Kinder eigentlich um diese Zeit in der Schule sein sollten, auch nicht vom Stylingkrieg auf den Schulhöfen, wo man sehr schnell ohne die entsprechenden Marken- klamotten aus den angesagten Cliquen ausgegrenzt wird. Ich will hier aber auch keine Lanze brechen für angedachte Schuluniformen. Ich will Sie nicht langweilen mit dem von verlogenen Politikern üblicherweise beklagten Unterrichtsausfall an den Schulen, was diesen jungen Mädchen erst diesen Stadtbummel ermöglicht. Und mit dem Verwahrlosen gesellschaftlicher Wertvorstellungen brauch ich Ihnen gar nicht erst kommen, denn ich gebrauche hier doch keine Stammtischparolen, - das geht mir alles weit am Arsch vorbei. Ich will auch keinem jungen Mädchen vorschreiben, wie es auf der Straße rumhängen sollte, auch wenn ich durchaus weiß, dass sie allzu viele Alternativen erst gar nicht haben, weil die Jugendzentren entweder aus Kostengründen geschlossen, oder vollkommen an den Interessen der Jugendlichen vorbei konzipiert sind.
Ich komm da lieber ganz direkt zur Sache, zu der Verantwortung überbezahlter Popstars gegen- über ihren Fans. Ich weiß gar nicht mehr, wer damit angefangen hat, aber wenn ich mich richtig erinnere, begann das alles mit der Absatzkrise der mafiosen Musikindustrie, der Entwicklung der PC´s und des Internet und den gigantischen Massen von Raubkopien aktueller Chartbreaker. Das Geld bei den Fans wurde immer knapper, die Umsätze brachen weg, die Stars wollten mehr Geld, derselbe gleichgroße Umsatzkuchen musste unter immer mehr Nutznießern aufgeteilt werden. Doch die Musikindustrie und die Popstars reagierten nach anfänglicher Empörung lediglich mit immer aufwendigeren Musik-Videos, die sehr schnell wesentlich teurer wurden, als die gesamte neue Platten-Produktion. Und weil alle mitmachten und die Raubkopien trotzdem nicht weniger wurden, entstand ein knallharter Wettstreit um die potenziellen Zuschauer-Fans. Viva und MTV würden gar nicht existieren ohne diesen Wettstreit. Das ist ja nicht nur negativ zu sehen, sondern schuf auch viele vorher ungeahnte Arbeitsplätze und noch mehr Möglichkeiten der Nabelschau für inflationär viele Pop-Stars, und solche, die gerne welche wären. Und ich meine damit Stars, nicht so geistlos singende Quarktaschen wie Daniel Kübelböck, obwohl der auch schon bauchfrei über irgendwelche roten Teppiche stakste und auf Tuntenstar machte. Und da sind wir endlich beim Kern meiner Gedanken angekommen, beim Nutten-Outfit und bauchnabelfreier Mode. Ich glaube Christina Aguilera war so ziemlich die Erste, die damit anfing, und immer noch ein bisschen billiger und provokanter, nasser und dreckiger, mit verschmiertem Make-up, als wäre es ihr ganz egal, ob sie gut über den Fernsehschirm rüberkäme. Aber Mädchen, macht euch nichts vor und lasst euch nicht täuschen, da wurde nix dem Zufall oder der modischen Kreativität einer Pop-Star-Göre überlassen, alles bis ins Detail generalstabs- mäßig geplant und durchdacht. Am Anfang war das ungewohnt neu und kam ziemlich provokant rüber. So wollten die jungen Mädchen auch sein, aufsässig, selbstbewusst, ein bisschen krawallig und aggressiv in Frontstellung.
Ein Vorbild, kann sogar funktionieren, wenn es nicht so plump manipulierend gemacht ist. Madonna ahmte sie sofort nach oder umgekehrt, ich weiß es nicht mehr genau.
Wollen Sie weiterlesen, dann laden Sie sich wie oben angezeigt diese Geschichte herunter, -
oder lesen Sie noch viel mehr und schockierende Geschichten, denn manchmal muss ich als Autor auch erbarmungslos schreiben. Heraus kommt dann so ein Buch, parteiisch, provozie- rend, aber auch amüsant und unterhaltsam, irrwitzig komisch und boshaft satirisch.
Klicken Sie einfach auf den Buchtitel und erfahren Sie, wie Sie es bekommen können ...
|