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Verdrängen und vergessen ...

Wissen Sie, ich such mir ganz gerne ein bisschen Streit, denn ich bin so ein unbequemer Querdenker. Ich mach mir so meine Gedanken, so über jenes und alles, einfach so meine eigenen Gedanken, zum Weltgeschehen, und so, und zu den kleinen Dingen des Lebens, die alle betreffen und so ... aber eben auch mich und ... und Sie.                                                                                                                                                        
Na klar, nun bleiben Sie mal ruhig. Ich weiß doch selber, dass so was böse enden kann, dass alle glauben, es wäre besser nicht zu viel zu denken, sich keine Gedanken zu machen.
Ich bin doch nicht blöd.                                                                                                                                                              
Aber ich bin eben nicht wie ... na ja, wie Sie ... oder wie ihre Nachbarn, die sind ja ziemlich blöde, wissen Sie.
Nichts für ungut, Sie sind ja wahrscheinlich ganz okay, ... es sind meistens die anderen ... die sich keine Gedanken machen. Da ist ja auch nicht viel, außer schweigender Leere in verbiesterten Gehirnen.                 
Und ich hab eben auch Spaß daran, mir Streit zu suchen, Themen gibt’s ja jede Menge. Manchmal kann ich einfach nicht anders, das kommt einfach so, und dann kann ich nicht wieder aufhören.
Ist wie ne Sucht ... haste mal angefangen, findste kein Ende mehr ... ohne Ende ... geht immer weiter ... ganz von allein ... da oben im Kopf.
Iss ja auch kein Wunder......

Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht schön oder klein reden, und schon gar nicht verharmlosen.
Und was ich überhaupt nicht ausstehen kann, das sind diese ignoranten Heiopeis, die mich Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr immer wieder und entnervend mit ihren unangeforderten bunten Werbebotschaften im Briefkasten bombardieren. Sie stopfen alles rein, was die Satteltaschen ihrer Fahrräder hergeben. Dabei wäre das ja noch minimal erträglich, obwohl es immer die Mieter oder die Hausbesitzer sind, die jedes mal Berge von bunt bedrucktem Altpapier zum nächsten Container transpor- tieren und entsorgen müssen.

Die Verteiler kriegen Geld dafür – und wer bezahlt mich?
Wieso muss ich Altpapier entsorgen, dass ich weder bestellt, noch haben wollte?
Also ich habe eigentlich jede Woche beim Einkaufen so eine schwere Tasche mit allen möglichen Prospekten dabei, weil ich sowieso an dem Altpapiercontainer vorbeikomme.
Noch übler als das Vollstopfen der Briefkästen, weil ich ja auch ein Fan von bewahrter und beschützter Umwelt bin, sind jene Typen, die in völliger Ignoranz auf den schnellen Euro aus sind, die diese Flyer und Werbezettel, Bau- und Supermarktprospekte, Sonderangebote und Pizzapreislisten nicht etwa in die Briefkästen stopfen oder einfach in hohem Bogen in den Hausflur schleudern, sondern gleich vor der Haustür ablegen. Das liegt zum Teil daran, dass ihnen bewusst keiner aufgemacht hat, sie also ihren Papiermüll nicht loswerden konnten, oder weil einfach keiner Zuhause war. Prompt fliegen diese bunten Blätter beim ersten Windstoß auf und davon, und wenn Sie nach hause kommen, sieht es vor ihrer Haus- tür wie auf einer Altpapierdeponie aus.

Sprechen Sie die Typen womöglich darauf an, weil Sie das Glück hatten einmal einen von denen in flagranti zu erwischen, wieso sie das tun, ob sie das nicht unverschämt finden, kriegen Sie prompt zur Antwort: „Wir dürfen das! Das ist nicht verboten ...!“
„Zeigen Sie mich doch an ...“
“Geh mir nicht auf den Sack Alter, ich verteile wo ich will ...“

Das wollten Sie doch gar nicht wissen, Sie wollten nur verhindern, dass ihr Hauseingang aussieht wie ein Altpapiercontainer. Und außerdem ist es falsch, niemand darf einfach seine Papierabfälle, und nichts anderes sind alle diese Art Werbezettel, niemand darf die einfach auf die Straße entsorgen.
Doch Sie, Sie in ihrer nicht minder ignoranten Resignation, Sie nehmen das einfach so hin, dulden sogar, dass ihnen dieser bezahlte Müllverteiler, meistens ohne Arbeitserlaubnis, nicht selten ohne geringste Deutschkenntnisse und / oder arbeitslos, also Schwarzarbeiter, selbst den vertrauten Hauseingang zur Mülldeponie wandelt. Der bekommt ein paar Euro neben seiner kargen Hartz 4 Versorgung, und Sie dürfen anschließend die ganze Werbescheiße wieder zusammen sammeln und zum nächsten Papiercontainer schleppen.
Tun Sie aber nicht.

Weiß ich, denn ich bin ja nicht blind, und wie Sie sich vielleicht erinnern ein echter Hingucker, also so einer, der sehr genau hinschaut, wie es um ihn herum aussieht, was so passiert, wie sich die Dinge des Lebens entwickeln. Das habe ich ihnen ja schon mehrfach vermittelt.
Sie nicht, das ist mir schon klar.

Na klar fragen Sie sich, worauf will dieser streitsüchtige Schreiberling denn dieses mal hinaus, warum giftet der mich an.
Das werd ich Ihnen sagen, denn ich bin nicht überrascht, dass ihnen der Müll vor der Haustür am Arsch vorbeigeht. Denn Sie haben sich längst daran gewöhnt, auf allen Straßen, Plätzen, in Parks und Grünan- lagen, auf Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden, in U-Bahn-Stationen und Fußgängerunterfrührungen,    ja selbst in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ich nicht, noch nicht, ganz bestimmt nicht.                                                                                                                         
Sie treten mindestens einmal pro Woche in einen Haufen Hundescheiße, weil irgend so ein ignoranter Tölenbesitzer meint mit dem Bezahlen der Hundesteuer habe er das Recht erworben alle bundesdeut- schen Straßen durch seinen Köter zuscheißen zu lassen. Ich habe Ihnen ja schon einmal vor ein paar Monaten empfohlen, sich diese Unmasse von Hundescheiße innerhalb eines Jahres mal auf einem riesigen Haufen vorzustellen, 900-tausend Tonnen Hundescheiße, damit könnte man schon durchaus ein neues Mittelgebirge in die bisher flache Landschaft setzen. Doch die Hundebesitzer meinen nach wie vor unbeeindruckt, mit der Hundesteuer hätten sie ein Privileg dafür erworben, damit ist das alles abgedeckt und Hunde sind doch auch nur Menschen, die müssen auch mal ihre Scheiße irgendwo veröffentlichen, nicht nur Leute wie ich, indem sie Artikel und Kolumnen schreiben.
Ich habe Ihnen geraten es mal eine Woche genauso zu machen, sich mit Millionen anderer Mitbürger zusammen zu schließen, und tagtäglich die Bürgersteige und Bordsteine zuzuscheißen, mit nacktem Arsch mitten in der City.

Heiiii, das wird ein Spaß, mit echtem Aufstand der braven Bürger, auch der Hundebesitzer. Und dieses mal könnten Sie den Bürgerkrieg nicht auf diese islamischen Fundamentalisten mit den verfilzten Bärten schieben, die islamischen Terroristen und Ehrenmänner, und nicht zuletzt die Ehrensöhne, die ihre Töchter und Schwestern per Kopfschuss hinrichten, weil sie sich nicht zwangsverheiraten und von einem alten, aber reichen muslimischen Mann quasi vergewaltigen lassen wollen, weil die angetastete Familien- ehre wieder hergestellt werden muss.
Ja, das sind richtig feine und besonders gläubige Ehrenmänner.
Liquidiert, erledigt, fertig aus, die Sharia hat alles wieder ins rechte Lot gebracht.

Nein, dieses mal funktioniert das nicht, dieses mal sind Sie, - ja, ja, genau Sie selber schuld.
Und dazu brauchen Sie nicht einmal diese überall und jederzeit in allen Härtegraden scheißenden Köter, das machen Sie selbst, höchstpersönlich.

Was ich damit meine?
Tun Sie doch nicht so, das wissen sie ganz genau. Ich habe Sie im Auge, wie viele andere Mitbürger auch.
Schon wieder vergessen, ich bin ein Hingucker. Soll ich Sie mal ganz leise daran erinnern, was Sie allein heute alles an öffentlichem Dreck und Müll produziert haben?
Das fing schon heute morgen, gleich nach dem Aufstehen an, wo Sie sich immer noch vor dem Duschen erst mal schnell eine Zigarette anzünden. Und wo haben Sie die Kippe hingeworfen, als ihre Frau erwachte, den Zigarettenrauch bemerkte, und Sie sich schnell ins Badezimmer verdrückten?

Na ...?
Richtig, aus dem Fenster, runter auf den Bürgersteig, in den öffentlichen Lebensraum, aus den Augen aus dem Sinn.
 

 

 

 

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